An der deutsch-niederländischen Grenze hat die Bundespolizei einen flüchtigen Autofahrer festgenommen, gegen den ein Haftbefehl vorlag. Der 28-jährige Algerier wurde am Dienstagabend gegen 18:20 Uhr an der stationären Grenzkontrolle an der B402 bei Twist gestoppt – im Rahmen der temporär wiedereingeführten Binnengrenzkontrollen.
Zunächst schien der Fahrer des Fahrzeugs mit niederländischen Kennzeichen der Aufforderung zum Anhalten nachzukommen. Doch unmittelbar darauf beschleunigte er seinen Pkw und entzog sich der Kontrolle. Nach einer kurzen Verfolgungsfahrt stellte der Mann seinen Wagen am Straßenrand ab und flüchtete zu Fuß in ein angrenzendes Wald- und Feldgebiet. Zwei Mitfahrer blieben im Auto zurück und wurden von den Bundespolizisten vorläufig festgenommen. Bei ihnen handelt es sich um zwei in den Niederlanden registrierte Asylbewerber aus Algerien und Tunesien.
Zur Suche nach dem flüchtigen Fahrer setzten mehrere Streifen der Bundespolizei und der Landespolizei ihre Kräfte ein. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte durch zwei Diensthunde der Bundespolizei sowie eine Drohne der Freiwilligen Feuerwehr Twist. Nach knapp zwei Stunden konnte der Mann schließlich festgenommen werden.
Die weiteren Ermittlungen brachten erhebliche Straftatbestände zutage: Gegen den 28-Jährigen liegt ein offener Untersuchungshaftbefehl vor. Ihm werden Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie besonders schwerer Fall des Diebstahls vorgeworfen. Der Mann wird im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt.
Darüber hinaus stellte die Polizei fest, dass die am Fahrzeug angebrachten Kennzeichen nicht zu dem genutzten Pkw gehörten. Der Beschuldigte konnte zudem keine Fahrzeugschlüssel vorweisen. Nach bisherigen Erkenntnissen war das Fahrzeug bereits vor mehreren Monaten außer Betrieb gesetzt worden. Der Pkw wurde sichergestellt, die Ermittlungen zur Herkunft und Nutzung des Fahrzeugs laufen noch.
Gegen den 28-Jährigen wurden mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die beiden Mitfahrer wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen in die Niederlande zurückgewiesen.