Im Gifhorner Nordkreis hat es am Nachmittag des 14. Januar eine Häufung betrügerischer Anrufe gegeben. Zwischen 15:09 Uhr und 18:30 Uhr meldete die Polizei fünf Fälle aus Hankensbüttel, Schneflingen, Wittingen und Emmen. In allen Fällen gaben sich die Anrufer als Polizeibeamte aus.
Die Täter fragten nach Schmuck, Bankkonten und Kontobewegungen oder berichteten von einer angeblichen Einbruchsserie in der Umgebung. Alle Angerufenen reagierten richtig: Sie machten keine Angaben, beendeten die Gespräche und informierten die echte Polizei. In keinem der bisherigen Fälle entstand ein Vermögensschaden.
Die Polizei geht davon aus, dass es möglicherweise weitere Anrufe gab, die noch nicht gemeldet wurden. Auch ist es denkbar, dass Betroffene einen Betrugsversuch bislang nicht erkannt haben. Wer einen vergleichbaren Anruf erhalten hat oder bereits Geld beziehungsweise Wertgegenstände übergeben hat, sollte sich unverzüglich bei der Polizei melden.
Die Täter passen ihre Geschichten regelmäßig an. Als falsche Polizeibeamte berichten sie von Einbrüchen in der Nachbarschaft und behaupten, Bargeld oder Schmuck seien zu Hause oder auf der Bank nicht mehr sicher. Anschließend kündigen sie an, die Wertgegenstände zur angeblichen Sicherung abholen zu lassen. Bei anderen Schockanrufen meldet sich zunächst ein vermeintlicher Angehöriger und behauptet, einen schweren Verkehrsunfall verursacht zu haben oder sich in einer anderen Notlage zu befinden. Häufig übernehmen anschließend angebliche Polizeibeamte, Staatsanwälte oder sogar Richter das Gespräch und fordern eine Kaution. In weiteren Varianten geben sich die Täter als Ärzte aus und behaupten, ein Angehöriger befinde sich nach einem Unfall oder wegen einer schweren Erkrankung im Krankenhaus und benötige dringend eine kostspielige Behandlung oder Medikamente. Unabhängig von der jeweiligen Geschichte setzen die Täter ihre Opfer unter Zeitdruck und schüren gezielt Ängste, um sie zur Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen zu bewegen.
Die Polizei rät, sich am Telefon nicht unter Druck setzen zu lassen und verdächtige Gespräche sofort zu beenden. Geben Sie keine Auskunft über Ihre finanziellen Verhältnisse, Konten oder Wertgegenstände und übergeben Sie niemals Geld oder Schmuck an unbekannte Personen. Polizei und Justiz verlangen am Telefon keine Kaution und holen weder Bargeld noch Wertgegenstände zur Aufbewahrung ab. Rufen Sie betroffene Angehörige unter einer Ihnen bekannten Nummer selbst an und verständigen Sie die Polizei über eine eigenständig herausgesuchte Telefonnummer oder im Notfall über den Notruf 110. Verlassen Sie sich nicht auf die im Display angezeigte Rufnummer, da diese manipuliert sein kann. Beziehen Sie bei Unsicherheit eine Vertrauensperson ein und sprechen Sie insbesondere mit älteren Angehörigen über diese Betrugsmaschen.
Wie viele dieser Fälle aufgeklärt werden
Von 1.144 Betrugsfällen im Landkreis Gifhorn konnte die Polizei 2025 871 aufklären, das sind 76,1 Prozent. Damit steht unser Kreis fast genauso wie das Land, wo 73,6 Prozent der Fälle aufgeklärt wurden. Bundesweit waren es 62,6 Prozent.
Quelle: Polizeiliche Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts, 2025.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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