Göttingen: Polizei ermittelt gegen 49 Tatverdächtige nach Clan-Auseinandersetzungen

(Symbolbild)

Nach schweren Auseinandersetzungen zwischen zwei Clanfamilien am 13. Juni 2026 in Göttingen hat die Polizeiinspektion Göttingen eine Mordkommission eingerichtet. Im Fokus der Ermittlungen steht ein versuchtes Tötungsdelikt zum Nachteil eines 26-jährigen Polizisten. Die Ermittlungsmaßnahmen erfolgen in enger Abstimmung mit der für Clan-Delikte zuständigen Zentralstelle zur Bekämpfung krimineller Clanstrukturen bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig.

Bereits seit den schweren Tumulten am 13. Juni ermittelt die Polizei gegen 49 Tatverdächtige wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs. Die Auswertung von Videosequenzen dauert an. Bürger können über das Hinweisportal des Landeskriminalamtes Niedersachsen beweiserhebliche Videos zur Verfügung stellen.

Um die öffentliche Sicherheit nachhaltig zu stärken, hat die Polizeiinspektion Göttingen einen Führungsstab außerhalb der Alltagsorganisation eingerichtet. Dieser koordiniert und strukturiert die ganzheitlichen polizeilichen Maßnahmen. Mit Organisationseinheiten des Einsatz- und Streifendienstes, der Verfügungseinheit sowie starken Kräften der Bereitschaftspolizei Niedersachsen erhöht die Polizei sichtbar ihre Präsenz in der Stadt. Ziel ist es, das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken und Folgeaktionen der Großfamilien durch robuste Präsenz und Kontrollmaßnahmen zu verhindern.

Ein zentrales Instrument ist die Vergabe von Aufenthaltsverboten. Nach individueller Gefahrenprognose wurden inzwischen 16 Aufenthaltsverbote für das Stadtgebiet Göttingen erstellt und persönlich mit einer entsprechenden Gefährderansprache an einzelne Personen ausgehändigt. Verstöße gegen diese Verbote stellen Ordnungswidrigkeiten dar. Die Polizeiinspektion regt zudem bei den zuständigen Stellen aufenthaltsbeendende Maßnahmen an.

„Eine solche Gewalteskalation auf offener Straße, verbunden mit dem Einsatz von Waffen, ist nicht hinnehmbar. Wir werden mit allen zur Verfügung stehenden rechtstaatlichen Mitteln gegen kriminelle Clanstrukturen in unserem Zuständigkeitsbereich vorgehen,“ sagte Polizeipräsidentin Tanja Wulff-Bruhn. Sie betonte, dass die Polizeiinspektion Göttingen dabei eng mit ihren Netzwerkpartnern zusammenarbeitet. „Ich bin zudem sehr froh, dass unser Kollege gesundheitlich auf einem guten Weg ist. Wir sind immer noch schockiert über diesen Gewaltexzess.“

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