Nach den Schüssen am Göttinger Weender Tor vom 13. Juni, bei denen ein Polizeibeamter lebensgefährlich verletzt wurde, intensivieren die Ermittler ihre Arbeit. Am frühen Dienstagmorgen, 30. Juni 2026, durchsuchten Einsatzkräfte zwei weitere Wohnhäuser – eines in der Ortschaft Rhumspringe im Landkreis Göttingen und ein zweites im Hannoveraner Stadtbezirk Bothfeld-Vahrenheide. Die Durchsuchungen richteten sich gegen zwei mutmaßlich an den Auseinandersetzungen beteiligte Mitglieder einer Großfamilie.
Die Maßnahmen basieren auf einem Durchsuchungsbeschluss, den das Amtsgericht Braunschweig auf Antrag der Zentralstelle zur Bekämpfung krimineller Clanstrukturen bei der Staatsanwaltschaft Braunschweig erlassen hatte. Ziel war das Auffinden beweiserheblicher Gegenstände. Die Mordkommission arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung der Hintergründe und Tatbeteiligungen.
Beim Eindringen in die Häuser setzten Spezialeinsatzkommandos mehrere spezielle Einsatzmittel ein. Der Einsatz war mit lauten Knallgeräuschen verbunden, die von der Nachbarschaft wahrgenommen wurden. Aus einsatztaktischen Gründen werden weitere Details zu den verwendeten Mitteln nicht mitgeteilt. Die Polizei betont, dass von dem professionellen Vorgehen der Spezialkräfte ausdrücklich keine Gefahr für Unbeteiligte ausging. Bei den Einsätzen wurde niemand verletzt.
Dies war nicht der erste Polizeieinsatz in diesem Fall. Bereits am Freitag, 26. Juni, hatten Beamte ein Haus im Göttinger Stadtteil Holtensen durchsucht. Der in Bothfeld-Vahrenheide von der Maßnahme Betroffene wurde für Folgemaßnahmen zur Dienststelle transportiert und anschließend entlassen. Die Auswertung der sichergestellten Gegenstände läuft noch.