Die Hamburger Polizei hat am Donnerstag eine groß angelegte Verkehrskontrolle durchgeführt. Rund 150 Einsatzkräfte überprüften von 6 bis 22 Uhr im gesamten Stadtgebiet insgesamt 550 Fahrzeuge und 535 Personen. Der Schwerpunkt lag auf kritischen Verkehrssituationen beim Abbiegen, Wenden und bei der Vorfahrt.
Die Bilanz fällt erheblich aus: Die Polizei leitete 13 Strafverfahren ein und ahndet 628 Ordnungswidrigkeiten. Die meisten Verstöße betrafen das fehlerhafte Abbiegen und Wenden (332 Fälle). Deutlich wurde auch ein massives Problem mit parkenden Fahrzeugen: 96 Parkverstoße wurden erfasst. Bei der Handynutzung im Auto oder auf dem Fahrrad zeigten sich 37 Verstöße, bei Rotlichtverstößen waren es 34 Fälle. Elf Fahrer waren zu schnell unterwegs, neun schnallten sich nicht an, und in einem Fall war ein Kind nicht ordnungsgemäß gesichert. Zwei weitere Fahrer standen unter Drogeneinfluss.
Bei den Straftaten dominierten Fälle von Fahren ohne Fahrerlaubnis (5 Fälle) und Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz (4 Fälle). Hinzu kamen ein Fall von Kennzeichenmissbrauch und drei weitere Straftaten.
Besonders gravierend war der Fall eines 17-Jährigen in der Holsteiner Chaussee. Der Jugendliche war mit einem hochgefährlichen E-Scooter unterwegs, der Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometer pro Stunde erreichte – weit über der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Elektrokleinstfahrzeuge. Der E-Scooter entsprach nicht den gesetzlichen Vorschriften. Erschwerend kam hinzu: Der Fahrer hatte keine erforderliche Fahrerlaubnis und konnte keine Versicherung für das Fahrzeug vorweisen. Die Polizei stellte den E-Scooter sicher und leitete Strafverfahren ein.
Ein 40-jähriger Albaner fiel auf, weil er ohne gültige Fahrerlaubnis unterwegs war. Auch sein Fahrzeug war nicht versichert. Zusätzlich besteht der Verdacht, dass sich der Mann illegal in Deutschland aufhält. Die Polizei nahm ihn vorläufig fest.
In der Habichtstraße erwischten Einsatzkräfte einen Fahrer, der unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln am Steuer saß. Eine Blutprobenentnahme wurde angeordnet.
Neben den Kontrollen führte die Polizei auch Präventionsarbeit durch. An der Kennedybrücke am Alsterufer simulierten Beamte eine realistische Abbiegesituation mit einem Lastkraftwagen. Bürger konnten in der Fahrerkabine Platz nehmen und die kritische Situation aus der Perspektive eines Lkw-Fahrers erleben – eine Maßnahme, die auf die besonderen Gefahren bei Abbiegmanövern hinweisen soll. Die Polizei verteilte zudem Informationsmaterial zum Thema Verkehrssicherheit.
Insgesamt stellte die Polizei 27 Mängelmeldungen aus, etwa wegen fehlender Dokumente oder technischer Mängel, und untersagte vier Fahrzeugführern die Weiterfahrt. Ein Fahrzeug wurde sichergestellt. Zwei Blutprobenentnahmen wurden angeordnet.
Die Polizei Hamburg kündigte an, die Verkehrskontrollen fortzusetzen, um die Sicherheit auf den Straßen zu erhöhen und Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren.
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