Am Hamburger Hauptbahnhof ist ein per Haftbefehl gesuchter Mann festgenommen worden, der eigentlich nur als Zeuge aussagen wollte. Der 52-jährige Österreicher hatte sich am Samstagabend bei der Bundespolizei als Zeuge einer Auseinandersetzung zur Verfügung gestellt.
Auslöser war ein Vorfall gegen 21:30 Uhr: Ein 46-jähriger polnischer Staatsangehöriger hatte sich beim Bundespolizeirevier gemeldet und angegeben, von einer ihm bekannten Frau mit einer Tasche geschlagen worden zu sein. Die Polizisten stellten daraufhin die 49-jährige türkische Staatsangehörige als Tatverdächtige fest und nahmen den Sachverhalt vor Ort auf.
Der 52-jährige Österreicher stellte sich währenddessen als Zeuge zur Verfügung und schilderte gegenüber den Beamten, dass es sich lediglich um eine verbale und keine körperliche Auseinandersetzung gehandelt habe. Die Polizei ermittelt noch zu dem Vorfall.
Bei der routinemäßigen Überprüfung der Personalien des Zeugen stellte sich jedoch heraus, dass gegen ihn ein Haftbefehl vorlag. Seit Mitte Mai 2026 wurde der Mann von der Staatsanwaltschaft Bielefeld gesucht. Er war wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort in Tateinheit mit vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr und vorsätzlichem Fahren ohne Fahrerlaubnis sowie fahrlässiger Straßenverkehrsgefährdung durch Trunkenheit im Verkehr zu einer Geldstrafe in Höhe von 4.600 Euro verurteilt worden.
Da der Gesuchte den haftbefreienden Betrag nicht aufbringen konnte, muss er nun eine Ersatzfreiheitsstrafe von 115 Tagen antreten. Nach der Feststellung der Gewahrsamsfähigkeit durch einen Arzt wurde er einer Haftanstalt zugeführt.