Nach einer Serie von Raubüberfällen seit Mitte Mai hat die Hamburger Polizei neun jugendliche Tatverdächtige identifiziert und acht von ihnen am vergangenen Freitag vorläufig festgenommen. Zwei 17-Jährige kamen in Untersuchungshaft.
Die Jugendlichen im Alter von 15 bis 17 Jahren sollen über soziale Medien unter dem Vorwand, eine junge Frau namens „Yasmin“ zu sein, Kontakt zu Männern aufgenommen und Treffen vereinbart haben. Bei den späteren Treffen in den Stadtteilen Curslack, Wandsbek und Farmsen-Berne überfielen männliche Jugendliche in mindestens fünf Fällen unvermittelt die wartenden Personen und raubten unter Anwendung körperlicher Gewalt Bargeld.
Das zuständige Raubdezernat der Region Bergedorf (LKA 173) ermittelte in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft. Die Tatverdächtigen stehen im Verdacht, im Tatzeitraum vom 14. bis 22. Mai insgesamt 2.350 Euro erbeutet zu haben.
Am vergangenen Freitag vollstreckten die Beamten fünf Durchsuchungsbeschlüsse für die Wohnanschriften der jugendlichen Tatverdächtigen. Die Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit der Landesbereitschaftspolizei unterstützte die Durchsuchungen im Stadtteil Lohbrügge. Dabei stellten die Polizisten mehrere Beweismittel sicher und nahmen acht Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren vorläufig fest.
Ein Haftrichter erließ inzwischen Haftbefehle gegen zwei 17-Jährige. Fünf weitere mutmaßliche Räuber wurden nach der erkennungsdienstlichen Behandlung entlassen, bei der Fingerabdrücke und Fotos gemacht wurden. Eine Jugendliche kam ohne weitere Maßnahmen frei.
Die Polizei prüft derzeit, ob die Tatverdächtigen für weitere, ähnlich gelagerte Taten verantwortlich sein könnten. Weitere mögliche Geschädigte sowie Zeugen werden gebeten, sich beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg unter 040/4286-56789 oder bei einer Polizeidienststelle zu melden.