Die Hamburger Polizei hat im Juni 2026 eine intensive Kontrollwelle durchgeführt. Im Rahmen der Kampagne „Mobil. Aber sicher!“ überprüften die Beamten in rund 490 Kontrolleinsätzen insgesamt 2.395 Fahrzeuge und 2.864 Personen. Der Fokus lag dabei auf Alkohol- und Drogenbeeinflussung im Straßenverkehr sowie der Missachtung von Rotlichtsignalen.
Die Bilanz fällt bemerkenswert aus: Bei Fahrzeugführenden leiteten die Polizisten 20 Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ein, 15 weitere wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss und 8 wegen berauschender Mittel. Hinzu kamen 114 sonstige Strafverfahren.
Bei den Ordnungswidrigkeiten dominiert eine Kategorie deutlich: Die Polizei registrierte 9.207 Verstöße im ruhenden Verkehr – das ist die mit Abstand häufigste Ordnungswidrigkeit. Daneben ahndeteten die Beamten 507 Fälle der Rotlicht-Missachtung, 314 Geschwindigkeitsverstöße und 309 Fälle unerlaubter Handynutzung am Steuer. Weitere 162 Verstöße betrafen technische Mängel, 121 verbotswidriges Wenden oder Abbiegen, und 96 Fälle, in denen Fahrer nicht angeschnallt waren. 16 Kinder waren nicht ordnungsgemäß gesichert, 12 Fahrzeugführer fuhren auf Gehwegen.
Auch E-Scooter-Nutzende wurden kontrolliert. Hier stellte die Polizei 3 Straftaten wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss, je eine wegen Drogen und fehlender Fahrerlaubnis sowie 14 sonstige Strafverfahren fest. Die häufigste Ordnungswidrigkeit: 81 Personen fuhren zu zweit auf einem E-Scooter. Daneben gab es 15 Fälle von Rotlicht-Missachtung, 11 von unerlaubter Handynutzung und je 8 von Fahren auf Gehwegen.
Fahrradfahrende verursachten deutlich weniger Straftaten – lediglich eine wurde registriert. Bei Ordnungswidrigkeiten dominierte auch hier die Rotlicht-Missachtung mit 189 Fällen. 51 Radfahrer nutzten ihr Handy während der Fahrt, 38 waren sogenannte „Geisterradler“ auf der falschen Radwegseite, und 16 fuhren auf Gehwegen.
Insgesamt stellte die Polizei 118 Mängelmeldungen aus – etwa wegen nicht mitgeführter Dokumente oder Fahrzeugmängel. Zudem ordnete die Behörde 19 Blutprobenentnahmen an, um Alkohol- oder Drogeneinfluss nachzuweisen.
Besondere Aufmerksamkeit galt der Präventionsarbeit: Die Beamten der Präventionsabteilung der Verkehrsdirektion führten über 330 präventive Bürgergespräche, um Menschen direkt auf die Gefahren hinzuweisen.
Im Juli 2026 verlagert die Polizei ihren Schwerpunkt. Dann stehen die Themen „Abbiegen und Wenden“ sowie „Vorfahrt und Vorrang“ im Fokus – zwei Bereiche, die statistisch besonders unfallträchtig sind. Im Jahr 2025 ereigneten sich in Hamburg 11.729 Verkehrsunfälle im Zusammenhang mit Abbiegen, Einfahren, Wenden und Rückwärtsfahren. Das entspricht 18 Prozent aller Verkehrsunfälle in der Stadt. Dabei verunglückten 1.965 Menschen: 1.837 wurden leicht verletzt, 119 schwer, und neun Menschen starben. Besonders häufig trifft es Radfahrer und Motorradfahrer – von den neun Todesfällen waren sechs Radfahrende und drei Kraftradfahrende.
Auch bei Vorfahrtsverstößen ist die Bilanz ernst: 2.467 Unfälle resultierten 2025 aus Missachtung von Vorfahrtsregeln, mit 993 Verunglückten, darunter drei Todesfällen. Die Polizei Hamburg wird ihre Kontrolltätigkeit unter der Kampagne „Mobil. Aber sicher!“ fortsetzen.