Hannover: Großkontrolle stoppt 166 Trunkenheitsfahrten – E-Scooter im Fokus

(Symbolbild)

Die Polizeidirektion Hannover hat vom 31. Juli bis 2. August eine massive Schwerpunktkontrolle zur Überprüfung der Fahrtüchtigkeit durchgeführt. Mit Unterstützung von Einsatzkräften aus elf Bundesländern sowie der Schweiz und Österreich wurden etwa 1.150 Fahrzeuge kontrolliert. Die Bilanz fällt verheerend aus: 166 Trunkenheitsfahrten wurden gestoppt, zahlreiche weitere Straftaten und Ordnungswidrigkeiten geahndet.

Am ersten Kontrolltag, Freitag 31. Juli, konzentrierte sich die Polizei zwischen 13 und 18 Uhr auf eine großangelegte stationäre Kontrollstelle auf dem Schützenplatz Hannover, über die der gesamte fließende Verkehr abgeleitet wurde. Parallel liefen mobile Kontrollen in Hannover, Langenhagen, Lehrte, Garbsen, Burgdorf und auf den umliegenden Bundesautobahnen. Bereits in den ersten fünf Stunden entdeckten die Beamtinnen und Beamten 46 Trunkenheitsfahrten – alle begangen von Autofahrern.

In der Nacht von Samstag 1. August auf Sonntag 2. August verlagerte die Polizei ihre Einsätze zwischen 20 und 4 Uhr auf mobile Überprüfungen. Dabei deckte sie 120 weitere Trunkenheitsfahrten auf. Ein deutlicher Unterschied fiel auf: Während 42 Verstöße auf Autofahrer entfielen, waren es bei E-Scootern 78 Fälle. Von den insgesamt 166 Trunkenheitsfahrten entfielen 88 auf Pkw und 78 auf E-Scooter.

Die Substanzen hinter den Verstößen zeigen ein breites Spektrum: 77 Fälle gingen auf reinen Alkoholkonsum zurück, 56 auf Betäubungsmittel. Besonders besorgniserregend waren 33 Fälle mit hochgefährlichem Mischkonsum aus Alkohol und Drogen. Zur Beweissicherung ordneten die Einsatzkräfte 135 Blutentnahmen an und führten 30 gerichtsverwertbare Atemalkoholmessungen durch. Bei 30 weiteren Personen war zwar Alkoholkonsum festgestellt worden, die Messwerte fielen aber sehr gering aus oder lagen nach einer Wartezeit knapp unter den rechtlich relevanten Grenzwerten – kein Verfahren wurde eingeleitet.

In 190 Fällen musste den Betroffenen die Weiterfahrt untersagt werden. Die Polizei vollstreckte zwei offene Haftbefehle und hob von ausländischen Verkehrsteilnehmern elf Sicherheitsleistungen in einer Gesamthöhe von 9.000 Euro ein.

Die rechtlichen Konsequenzen waren umfangreich: Die Beamtinnen und Beamten leiteten 84 Ordnungswidrigkeitenverfahren, sieben Verfahren wegen Verstößen gegen das Alkoholverbot für Fahranfänger, 75 Strafverfahren wegen Trunkenheit im Verkehr, ein Verfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs sowie zwei Verfahren wegen verbotener Kraftfahrzeugrennen ein. Zusätzlich folgten 21 Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, 22 Verstöße gegen das Pflichtversicherungsgesetz, fünf Urkundenfälschungen, acht Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz, zwei Delikte im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln und drei Verstöße gegen das Kraftfahrzeugsteuergesetz.

Über die Fahrtüchtigkeit hinaus deckte die Polizei ein breites Spektrum an Begleitdelikten auf: 205 Geschwindigkeitsverstöße, von denen 29 ein Fahrverbot nach sich zogen, 31 Handyverstöße, 46 Gurtverstöße, sieben Rotlichtverstöße, sechs Verstöße im Bereich der Tuning- und Poserszene sowie 14 Verstöße gegen das Fahrpersonalrecht.

Ein besonders krasser Fall ereignete sich bei einer gemeinsamen Kontrolle von Polizei und Zoll auf der Vahrenwalder Straße. Die Einsatzkräfte stoppten einen alkoholisierten Autofahrer mit Exportkennzeichen. Sein Führerschein war eine Totalfälschung, und er besaß keine gültige Fahrerlaubnis. Der Zoll entdeckte im Fahrzeug 27.000 Euro Bargeld, das wegen diverser Vergehen beschlagnahmt wurde. Der Zoll leitete zudem mehrere Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Schwarzarbeit ein.

Mehrere Sachverhalte verdeutlichen die Bandbreite der Feststellungen. Ein 32-jähriger E-Scooter-Fahrer zeigte bei den Vortests nahezu alle testbaren Substanzen: THC, Kokain, Methamphetamin, Amphetamin, Opiate sowie Alkohol. Den höchsten Alkoholwert der gesamten Maßnahme erzielte ein 27-jähriger E-Scooter-Fahrer mit 2,84 Promille, gefolgt von einem 24-jährigen E-Scooter-Fahrer mit 2,01 Promille – bei beiden waren die Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeiten vollständig aufgehoben. Eine 66-jährige Autofahrerin fiel auf, deren Vortest positiv auf Kokain und THC anschlug.

Besonders unbelehrbar erwies sich ein Autofahrer: Am ersten Kontrolltag wurde er auf dem Schützenplatz unter THC-Einfluss aus dem Verkehr gezogen. Nur einen Tag später traf die Polizei ihn in der Innenstadt erneut an – diesmal auf einem E-Scooter, wieder unter THC-Einfluss und mit einer Atemalkoholkonzentration von 1,42 Promille. Innerhalb von 24 Stunden hatte er damit zwei Verfahren zu verantworten.

Zu einem folgenschweren Vorfall kam es am Samstag gegen 20.25 Uhr: Eine 31-jährige E-Scooter-Fahrerin stürzte an der Kreuzung Celler Straße und Herschelstraße unmittelbar vor den Augen einer Streifenwagenbesatzung, zog sich eine Kopfplatzwunde zu und musste im Rettungswagen behandelt werden. Ihr Alkoholwert betrug 1,19 Promille. Noch bei der Unfallaufnahme stoppte dieselbe Besatzung einen weiteren E-Scooter-Fahrer unter THC-Einfluss. An derselben Kreuzung überquerten vier Männer mit ihren E-Scootern bei Rot die Fahrbahn – alle unter erheblichem Alkohol- und THC-Einfluss mit Werten zwischen 1,2 und 1,6 Promille und kaum noch in der Lage zu stehen.

Auf dem Westschnellweg im Bereich Stöcken lieferten sich zwei Autofahrer ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Geschwindigkeiten nahe 200 km/h. Ein Fahrzeug konnte gestoppt werden, die Ermittlungen zum zweiten Kennzeichen andauern. In Langenhagen flüchteten alkoholisierte Personen zu Fuß vor einer Kontrolle, nachdem sie auf einem nicht versicherten S-Pedelec unterwegs waren – ein Flüchtiger wurde Bei den Fahndung gestellt.

Am ersten Kontrolltag missachtete ein Autofahrer sämtliche Anhaltesignale und flüchtete rasant, wobei es zu mehreren Beinaheunfällen kam; mutmaßliche Tatverdächtige wurden ermittelt. Ein Polizeibeamter erkannte zudem einen Autofahrer wieder, den er bereits im vergangenen Jahr wegen einer Drogenfahrt kontrolliert hatte. Auch dieses Mal bestätigte ein Test die Beeinflussung durch berauschende Mittel. Eine Streifenwagenbesatzung brachte eine Person zur Blutentnahme in die Polizeidirektion. Auf dem Weg zurück zum Streifenwagen stellte sie unmittelbar vor der Wache einen weiteren berauschten Verkehrsteilnehmer fest. Nach Abschluss dieser Maßnahmen folgte an nahezu derselben Stelle eine weitere Feststellung – der Weg zurück zum Dienstfahrzeug endete damit zweimal bei der nächsten Blutentnahme.

Die Kontrollaktion brachte länderübergreifender und internationaler Zusammenarbeit. Neben Kräften aus allen niedersächsischen Polizeidirektionen beteiligten sich Polizistinnen und Polizisten aus Hamburg, Bremen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Thüringen, Schleswig-Holstein und dem Saarland. Einsatzkräfte aus der Schweiz und Österreich unterstützten die Kontrollen vor Ort. Zahlreiche Partnerbehörden waren eingebunden: Der Zoll, das Bundesamt für Logistik und Mobilität Hannover, das Staatliche Gewerbeaufsichtsamt Hannover, die Führerscheinstellen der Landeshauptstadt und der Region Hannover, das Tiefbauamt sowie die Justiz Hannover. Die Justiz unterstützte die Maßnahmen unter anderem durch den Einsatz von Drogenspürhunden.

Die Polizeidirektion Hannover weist nachdrücklich darauf hin, dass die Zahl der Verkehrsunfälle unter Beteiligung von E-Scootern jährlich drastisch ansteigt und es vermehrt zu schweren oder sogar tödlichen Unfällen kommt, bei denen Alkohol und Drogen eine zentrale Rolle spielen. „Die Feststellungen bei den zurückliegenden Großkontrollen zeigen eindringlich, dass E-Scooter von vielen Nutzerinnen und Nutzern fälschlicherweise immer noch nicht als vollwertige Kraftfahrzeuge wahrgenommen werden. Die Beamtinnen und Beamten der Polizeidirektion Hannover werden daher auch künftig mit intensiven Kontrollen, gezielter Prävention und konsequenter Aufklärungsarbeit dafür sorgen, berauschte Fahrerinnen und Fahrer aus dem Verkehr zu ziehen, um die Sicherheit auf den Straßen der Region nachhaltig zu erhöhen“, betont Polizeihauptkommissar Pierre Fourmont, Behördenmultiplikator und Koordinator „Fahrtüchtigkeit“ der Polizeidirektion Hannover.

Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz (Claude von Anthropic) erstellt. Die Daten stammen aus zuverlässigen Quellen, der Text wurde maschinell generiert und redaktionell geprüft.

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