Internationale Drogenfahnder treffen sich in Staufen: AG Südwest berät über neue Strategien

Titelbild zur AG Südwest 2026

Polizeibehörden aus Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz haben sich am 30. Juni und 1. Juli 2026 in Staufen zu ihrer 58. Tagung getroffen, um die Bekämpfung des grenzüberschreitenden Drogenhandels zu intensivieren. Gastgeber der internationalen „Arbeitsgruppe Südwest zur Bekämpfung des Rauschgifthandels“ (AG Südwest) war das Polizeipräsidium Freiburg.

Der illegale Drogenhandel stellt Sicherheitsbehörden vor wachsende Herausforderungen. Kriminelle Organisationen nutzen moderne Logistikstrukturen, digitale Kommunikationsmittel und Netzwerke, die sich über mehrere Länder erstrecken, um Betäubungsmittel europaweit und weltweit zu verteilen. Um diesen professionell organisierten Strukturen wirksam entgegenzutreten, ist eine enge polizeiliche Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg unerlässlich.

„Der Austausch und die Vernetzung der Länder untereinander gewinnt zunehmend an Bedeutung, so dass wir uns als Polizeipräsidium Freiburg freuen die Teilnehmenden dieses Jahr im Dreiländereck begrüßen zu dürfen“, sagte Polizeivizepräsident Uwe Oldenburg bei der Eröffnung.

Im Fokus der zweitägigen Beratungen standen aktuelle Entwicklungen der Drogenmafia sowie Möglichkeiten zur weiteren Stärkung der gemeinsamen Zusammenarbeit. Diskutiert wurde unter anderem die Nutzung beschleunigter Strafverfahren, um verhaftete Täter rascher vor Gericht zu bringen. Das Ziel ist, gemeinsame Maßnahmen der beteiligten Staaten gegen Drogenhandel und -schmuggel weiterzuentwickeln und bestehende Kooperationsstrukturen flexibel an die aktuellen kriminellen Aktivitäten anzupassen.

Die Wahl des Austragungsortes in der Grenzregion unterstreicht die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit: Gerade dort, wo Verkehrs- und Warenströme regelmäßig Grenzen überschreiten, kommt dem engen Austausch der Sicherheitsbehörden zentrale Bedeutung zu. „Kriminelle Netzwerke agieren längst international, verdeckt und hochprofessionell. Umso wichtiger ist es, dass auch die Strafverfolgungsbehörden über Ländergrenzen hinweg eng und zuverlässig zusammenarbeiten, Informationen schnell und unbürokratisch teilen und in abgestimmten Maßnahmen schlagkräftig gegen die Täterstrukturen vorgehen“, betonte Andreas Stenger, Präsident des Landeskriminalamts Baden-Württemberg.

Die AG Südwest wurde 1979 vom Landeskriminalamt Baden-Württemberg gegründet. Angesichts der damals stark steigenden grenzüberschreitenden Drogenmafia sollte die Arbeitsgruppe den polizeilichen Informations- und Erfahrungsaustausch über Grenzen hinweg intensivieren und gemeinsame Drogenbekämpfungs- und Vorbeugemaßnahmen entwickeln. Seit vielen Jahrzehnten leistet die AG Südwest damit einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des internationalen Drogenhandels.

» Weitere Polizeimeldungen aus Baden-Württemberg