Die Woche vom 10. bis 16. August 2026 forderte in Baden-Württemberg zwei Todesopfer und brachte mehrere Schusswaffenvorfälle, brutale Angriffe auf Polizistinnen und Polizisten sowie einen spektakulären Drogenrazzia-Erfolg nach monatelangen Falschgeld-Ermittlungen. Die schwersten Vorfälle verteilten sich von der Ortenau über den Schwarzwald bis zum Bodensee.
Schwerstes Einzelereignis der Woche war die Drogenrazzia in Schwanau und Friesenheim am 12. August 2026. Was im Mai als Falschgeld-Fall begonnen hatte – ein 40-Jähriger versuchte in der Bäckerei eines Discounters in Schwanau einen gefälschten 50-Euro-Schein auszugeben, wurde von einer Angestellten ertappt und vor Ort festgenommen –, weitete sich zu einem umfangreichen Drogenermittlungsverfahren aus. Bei der Durchsuchung der Wohnung eines 43-Jährigen fanden Polizisten große Mengen Kokain und Amphetamin sowie verbotene Waffen wie ein Butterflymesser, einen Schlagring und Schreckschusswaffen. Die sichergestellten Gegenstände deuten auf bewaffneten Drogenhandel hin. Der 43-Jährige wurde inhaftiert. Mehr dazu
Am Donnerstagabend, 13. August 2026, kam es in Simmersfeld zu einem gefährlichen Einsatz: Nach einer mutmaßlichen Schussabgabe auf ein Wohnhaus wurde ein 65-Jähriger durch Spezialkräfte der Polizei widerstandslos festgenommen. Er wurde inzwischen in die forensische Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses eingewiesen. Verletzt wurde niemand. Kurz nach 21 Uhr war ein Notruf eingegangen: Der Mann hatte gedroht, sich und eine weitere Person mit einer Schusswaffe zu verletzen. Noch bevor die ersten Beamten eintrafen, kam es aus der Wohnung des Tatverdächtigen zu einer Schussabgabe auf ein gegenüberliegendes Gebäude, wobei eine Glasscheibe beschädigt wurde. Die betreffende Räumlichkeit war zum Zeitpunkt des Schusses leer. Mehr dazu
Ebenfalls am 12. August 2026 ereignete sich auf der Kreisstraße 4983 zwischen Bremgarten und Tunsel ein tödlicher Verkehrsunfall. Ein 42 Jahre alter Autofahrer ist dabei ums Leben gekommen. Gegen 11.15 Uhr kam sein Wagen aus noch unbekannten Gründen nach rechts von der Fahrbahn ab und prallte frontal gegen einen Baum. Der 42-Jährige zog sich bei der Kollision lebensgefährliche Verletzungen zu und verstarb noch an der Unfallstelle. Die Verkehrspolizei Freiburg ermittelt. Mehr dazu
Ein weiterer Todesfall ereignete sich im Zusammenhang mit einer Oldtimer-Show-Veranstaltung in Engen. Ein 63-jähriger Mann ist am Donnerstagabend an den Folgen eines schweren Unfalls gestorben, den er am Sonntag bei der Veranstaltung erlitten hatte. Der Mann war bei dem Unfall schwer verletzt worden. Die Verkehrspolizei sucht Zeugen und bittet insbesondere um Videos und Fotos, die während des Geschehens entstanden sind, und ist unter 07733 9960-0 erreichbar. Mehr dazu
Am Freitag, 14. August 2026, eskalierte in der Stuttgarter Riederstraße eine häusliche Gewalt-Situation. Ein 37-jähriger Mann hatte seine 66-jährige Mutter in den Tagen zuvor mehrfach attackiert – mit wiederholten Körperverletzungen, Beleidigungen und Sachbeschädigungen. Gegen 17.30 Uhr griff er sie erneut an; sie konnte noch einen Notruf absetzen. Bei der Festnahme wehrte sich der Mann massiv. Beamte mussten erhebliche Kraft aufwenden und setzten einen Polizeihund ein, um ihn zu überwältigen. Dabei wurden drei Polizisten leicht verletzt; sie konnten ihren Dienst jedoch fortsetzen. Nach der Wundversorgung im Krankenhaus kam der 37-Jährige in Polizeigewahrsam, da noch eine mehrmonatige Restfreiheitsstrafe zu verbüßen war. Mehr dazu
Ebenfalls am 13. August 2026 griff ein 43-Jähriger auf der Bundesstraße 14 in Stuttgart Polizistinnen und Polizisten der Bundespolizei an. Eine Streife entdeckte den Mann gegen 13.50 Uhr auf Höhe der Überführung Universitätsstraße auf der Fahrbahn; als die Beamten auf ihn zugingen, schlug er sofort auf sie ein und lief anschließend weiter auf der Fahrbahn umher, wobei er auch auf vorbeifahrende Autos einschlug. Bei der Festnahme leistete er heftigen Widerstand; die Polizisten setzten Pfefferspray, Schlagstock und einen Elektroschocker ein. Bei dem Einsatz wurden drei Polizeibeamte leicht verletzt und im Krankenhaus versorgt. Auch der 43-Jährige kam in ein Krankenhaus und wurde anschließend in eine psychiatrische Einrichtung gebracht. Die Polizei sucht Zeugen. Mehr dazu
Im Gewerbegebiet Mariatal bei Ravensburg haben Unbekannte in der Nacht auf Sonntag Schüsse auf einen Betrieb abgegeben. Die sofort eingeleitete Fahndung führte zu keinen Festnahmen. Nach der Schussabgabe rückten Polizistinnen und Polizisten zur Fahndung aus, Verdächtige konnten sie nicht feststellen. Die Kriminalpolizei übernahm die weiteren Ermittlungen und sicherte Spuren am Tatort. Menschen wurden nicht verletzt. Die Hintergründe für die Schussabgabe sind noch unklar und Gegenstand der laufenden polizeilichen Überprüfungen. Zeugen werden gebeten, sich bei der Kriminalpolizei Friedrichshafen unter 07541/701-0 zu melden. Mehr dazu
Am Samstagabend kam es auf der Neckarwiese in Mannheim-Neckarstadt zu einem Messerangriff. Gegen 18.30 Uhr rannte ein unbekannter Mann mit einem Messer auf einen 39-Jährigen zu und geriet mit diesem sowie zwei weiteren Zeugen in Streit. Der 39-Jährige wehrte sich mit einem Ast gegen den Angreifer. Daraufhin setzte der Unbekannte Pfefferspray ein und sprühte den Mann damit an; dieser wurde leicht verletzt. Der Angreifer flüchtete in Richtung Dammstraße. Die Polizei beschreibt ihn als etwa 25 Jahre alt, rund 175 Zentimeter groß, südländisches Erscheinungsbild, kurze dunkelbraune Haare, weißes T-Shirt, dunkle kurze Hosen und schwarze Adiletten. Hinweise nimmt die Polizei entgegen. Mehr dazu
Im Bodenseekreis registrierte die Polizei gleich mehrere Vorfälle. Am frühen Freitagmorgen kontrollierte eine Streife des Reviers Friedrichshafen in der Ailinger Straße einen 20-jährigen Autofahrer unter Drogeneinfluss; ein Vortest reagierte positiv auf THC, eine Blutprobe wurde entnommen. In Überlingen stellten Beamte an Parkautomaten manipulierte, überklebte QR-Codes fest, über die Zahlungsdaten abgegriffen werden konnten; Geschädigte und Zeugen werden gebeten, sich unter 07551/804-0 zu melden. Besonders ernst: Am Mittwochabend gegen 22 Uhr am ZOB Überlingen wurde ein 15-Jähriger schwer verletzt, nachdem ein Täter ihn zunächst beleidigt und ihm im weiteren Verlauf unvermittelt ins Gesicht geschlagen hatte. Bei dem anschließenden Polizeieinsatz wehrte sich der Tatverdächtige gegen die polizeilichen Maßnahmen, wobei ein Beamter leicht verletzt wurde. Mehr dazu
In Heidelberg sitzt ein 32-jähriger Algerier nach einer Diebstahlsserie in Untersuchungshaft. Das Amtsgericht Heidelberg erließ auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen den Mann, dem gewerbsmäßiger Diebstahl, versuchte Körperverletzung, Widerstand gegen Polizeibeamte und tätliche Angriffe vorgeworfen werden. Die Serie hatte laut Ermittlungen am 28. Juli 2026 mit Diebstählen in zwei Supermärkten in der Kurfürstenanlage und der Poststraße begonnen. Mehr dazu
In Bühl wurde ein 37-jähriger Albaner nach einem Wohnungseinbruch in der Kappelwindeckstraße festgenommen. Ein Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Baden-Baden erließ Haftbefehl wegen versuchten Wohnungseinbruchsdiebstahls. Den Einbruch hatte der 67-jährige Bewohner über eine selbst installierte Kamera entdeckt und gemeldet. Mehr dazu
Weitere Festnahmen aufgrund vorliegender Haftbefehle: Eine 59-jährige Deutsche, die einen Mann mutmaßlich um einen Geldbetrag sowie ein hochwertiges Fahrzeug im mittleren sechsstelligen Bereich betrogen haben soll, wurde am Montag auf dem Gelände eines Autohauses in Sinzheim festgenommen und dem Amtsgericht Baden-Baden vorgeführt; eine Richterin setzte den Haftbefehl in Vollzug. Mehr dazu Am 12. August 2026 stellte die Bundespolizei in der grenzüberschreitenden Straßenbahn in Weil am Rhein-Friedlingen einen 52-jährigen Chilenen fest, gegen den ein Haftbefehl wegen schweren Bandendiebstahls vorlag. Da er nach einer Teilverbüßung abgeschoben worden war, das Einreise- und Aufenthaltsverbot aber ignorierte, muss er nun 593 Tage Haft absitzen. Mehr dazu In Kehl nahm die Bundespolizei am 13. August 2026 einen 46-jährigen Tunesier bei einer Grenzkontrolle fest, gegen den ein Haftbefehl wegen Diebstahls vorlag; da er eine Geldstrafe nicht begleichen konnte, trat er eine 20-tägige Haftstrafe an. Mehr dazu
Aus dem Heilbronner Raum meldete die Polizei eine Häufung von Einbrüchen und einem Überfall: Drei maskierte Unbekannte überfielen am frühen Freitagmorgen gegen 1.50 Uhr eine Tankstelle in Leingarten, außerdem wurde ein Geldwechselautomat aufgebrochen und in das Wildparadies in Cleebronn eingebrochen. Zusätzlich flüchtete ein Unfallverursacher aus dem Parkhaus des SLK Klinikums Am Gesundbrunnen in Heilbronn, wo er beim Einparken einen Audi einer 36-Jährigen beschädigte; der Schaden beläuft sich auf rund 1.000 Euro. Mehr dazu
Messerattacken und Schusswaffen-Gebrauch
Am Samstagabend kam es auf der Neckarwiese in Mannheim-Neckarstadt zu einem Messerangriff: Ein unbekannter Täter rannte mit einem Messer auf einen 39-Jährigen zu, setzte zudem Pfefferspray ein und verletzte den Mann leicht – Mehr dazu. In Simmersfeld gab ein 65-Jähriger am Donnerstagabend, 13. August 2026, aus seiner Wohnung eine Schussabgabe auf ein gegenüberliegendes Wohngebäude ab, beschädigte eine Glasscheibe und wurde anschließend durch Spezialkräfte festgenommen – Mehr dazu. Im Gewerbegebiet Mariatal bei Ravensburg gaben Unbekannte in der Nacht auf Sonntag Schüsse auf einen Betrieb ab; die Täter blieben unbekannt – Mehr dazu. Bei der Wohnungsdurchsuchung im Rahmen der Drogenrazzia in Friesenheim am 12. August 2026 sicherte die Polizei zudem Schreckschusswaffen sowie weitere verbotene Waffen bei dem festgenommenen 43-Jährigen – Mehr dazu.
Auffällig in dieser Woche ist die Häufung von Angriffen auf Polizistinnen und Polizisten im Dienst: Allein bei zwei voneinander unabhängigen Einsätzen – dem Übergriff in der Stuttgarter Riederstraße am 14. August und dem Angriff auf der B14 am 13. August – wurden insgesamt sechs Beamte leicht verletzt. Hinzu kommt ein weiterer verletzter Beamter beim Einsatz am ZOB Überlingen. Das gehäufte Auftreten solcher Widerstandshandlungen innerhalb weniger Tage und in verschiedenen Landesteilen dürfte die Sicherheitsbehörden beschäftigen.