Heute, am 5. Mai, wird weltweit der Internationale Hebammentag begangen. Dieser wichtige Gedenktag wurde 1992 von der Internationalen Hebammenvereinigung (International Confederation of Midwives, ICM) ins Leben gerufen, um die unverzichtbare Arbeit von Hebammen weltweit zu würdigen und auf die Bedeutung einer qualifizierten Geburtshilfe aufmerksam zu machen.
Der Gedenktag hat seinen Ursprung in der Erkenntnis, dass qualifizierte Hebammenhilfe entscheidend für die Gesundheit von Müttern und Neugeborenen ist. Hebammen betreuen nicht nur Geburten, sondern begleiten Frauen durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett. In vielen Ländern der Welt fehlen jedoch ausgebildete Hebammen, was zu erhöhten Müttersterblichkeitsraten führt.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass etwa 830 Frauen täglich bei der Geburt sterben – 99 Prozent davon in Entwicklungsländern. Gleichzeitig könnten durch qualifizierte Hebammenhilfe bis zu zwei Drittel aller Todesfälle von Müttern, Neugeborenen und Totgeburten verhindert werden. Nach Angaben des Weltbevölkerungsfonds (UNFPA) fehlen weltweit etwa 900.000 Hebammen, um eine flächendeckende Versorgung zu gewährleisten.
In Deutschland arbeiten rund 25.000 Hebammen, doch auch hierzulande herrscht Fachkräftemangel. Viele Geburtsstationen müssen zeitweise schließen, und Schwangere finden schwer eine Hebamme für die Nachsorge. Die Akademisierung des Hebammenberufs seit 2020 soll die Attraktivität steigern und die Qualität der Ausbildung verbessern.
Der Internationale Hebammentag wird traditionell mit Informationsveranstaltungen, Fortbildungen und öffentlichen Aktionen begangen. Hebammenverbände nutzen den Tag, um auf ihre Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen und politische Forderungen zu formulieren. Krankenhäuser und Geburtshäuser organisieren oft Tage der offenen Tür, und in sozialen Medien teilen Frauen ihre positiven Erfahrungen mit Hebammen.
Weitere Gedenktage am 5. Mai sind der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, der seit 1992 auf Diskriminierung und Barrieren aufmerksam macht. Zudem wird der Welttag der Handhygiene begangen, der die Bedeutung sauberer Hände für die Gesundheit unterstreicht.