Heute wird weltweit der Internationale Tag der biologischen Vielfalt begangen. Der von den Vereinten Nationen im Jahr 2000 ins Leben gerufene Aktionstag soll auf die dramatische Bedrohung der Artenvielfalt aufmerksam machen und zum Handeln motivieren.
Hintergrund des Gedenktages ist das alarmierende Artensterben: Wissenschaftler sprechen bereits vom sechsten Massenaussterben in der Erdgeschichte. Anders als bei den fünf vorangegangenen ist diesmal jedoch der Mensch die Hauptursache. Lebensraumzerstörung, Klimawandel, Umweltverschmutzung und Übernutzung natürlicher Ressourcen bedrohen Millionen von Arten.
Die Zahlen sind erschreckend: Laut dem Weltbiodiversitätsrat IPBES sind etwa eine Million Tier- und Pflanzenarten vom Aussterben bedroht. Die Geschwindigkeit des Artensterbens ist heute 100- bis 1000-mal höher als natürlich. Besonders betroffen sind Insekten, deren Bestände in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch eingebrochen sind – mit weitreichenden Folgen für Ökosysteme und Landwirtschaft.
Der Tag wird traditionell mit Bildungsveranstaltungen, Naturschutzaktionen und wissenschaftlichen Konferenzen begangen. Umweltorganisationen nutzen das Datum für Kampagnen, Museen bieten Sonderausstellungen und Schulen organisieren Projekttage. Auch die Politik ist gefordert: Die internationale Staatengemeinschaft verhandelt regelmäßig über neue Schutzabkommen und Finanzierungsmechanismen.
Weitere Gedenktage am heutigen 22. Mai: In Sri Lanka wird der Nationale Heldentag begangen, der an gefallene Soldaten erinnert. Außerdem ist heute der Internationale Tag zur Beendigung der Geburtsfistel, der auf ein gravierendes Gesundheitsproblem in Entwicklungsländern aufmerksam macht.