Der italienische Fernzugbetreiber Italo rechnet mit einem massiven Preisverfall im deutschen Zugverkehr. Vorstandsvorsitzender Gianbattista La Rocca erwartet nach dem geplanten Marktstart einen Rückgang des Preisniveaus im Fernverkehr um 40 Prozent, wie er der „Bild-Zeitung“ mitteilte. Generell habe Italo das Ziel, mit seinen Preisen „um ein Fünftel günstiger als die Deutsche Bahn“ zu sein.
Der italienische Konkurrent plant seinen Markteintritt in Deutschland für 2028. Zunächst sollen 30 Fernzüge auf zwei Strecken eingesetzt werden. La Rocca erwartet bis Ende Juni eine Entscheidung der Bundesnetzagentur über die Genehmigung. „Wir haben volles Vertrauen in den Prozess. Wettbewerb wird den Fernverkehr in Deutschland flächendeckend verbessern“, sagte er. Der Italo-Chef prognostiziert insgesamt bis zu 40 Prozent mehr Bahnfahrer pro Jahr durch den zusätzlichen Anbieter.
Ausstattung und Komfort sollen Italo von Konkurrenten unterscheiden. Alle Züge in Deutschland werden mit Ledersesseln ausgestattet sowie mit Internetanbindung über 5G und Starlink verfügen. Das Unternehmen bietet drei Reiseklassen an: „Smart Class“, „Prima Business“ und „Club Executive“. Die Preisunterschiede zwischen diesen Klassen können bis zu 60 Prozent betragen.
Für den erfolgreichen Markteintritt plant La Rocca massiv in Personal zu investieren. Mindestens 2.500 Mitarbeiter sollen eingestellt werden. „Wir werden alles suchen: vom Lokführer über Schaffner, Servicepersonal im Restaurant sowie in den Ticket-Büros und den Bahnhofs-Lounges. Aber natürlich benötigen wir auch Monteure, Reinigungskräfte, IT-Experten, Marketingfachleute“, zählte La Rocca die gesuchten Positionen auf.