Bei einer Einreisekontrolle an der Europabrücke in Kehl ist es in der Nacht auf Freitag zu einem gefährlichen Zwischenfall gekommen. Ein Autofahrer durchbrach die Kontrolle und fuhr gezielt auf Bundespolizisten zu, woraufhin zwei Beamte von ihrer Schusswaffe Gebrauch machten.
Der Fahrer eines Renault Clio sollte kurz nach Mitternacht bei der Einreise nach Deutschland kontrolliert werden. Als die uniformierten Beamten ihn mit Anhaltezeichen zur Einfahrt in die Kontrollstelle aufforderten, gab er stattdessen Gas und fuhr direkt auf sie zu. Die Polizisten mussten dem Auto ausweichen, um nicht erfasst zu werden.
Anschließend wendete der Renault-Fahrer und fuhr auf der Straßburger Straße zurück Richtung Frankreich. Erneut versuchten zwei uniformierte Bundespolizisten auf der Fahrbahn, den Flüchtenden anzuhalten. Der Clio-Fahrer beschleunigte seinen Wagen wieder und fuhr gezielt auf die Polizisten zu. Die beiden Bundespolizisten griffen daraufhin zu ihrer Dienstwaffe und gaben Schüsse in Richtung des Renault ab. Parallel mussten sie dem Auto ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden.
Noch vor der Grenze zu Frankreich versuchte ein weiterer Bundespolizist zum dritten Mal, den Autofahrer zu stoppen. Auch er musste zur Seite springen, um nicht verletzt zu werden. Nacheilende Bundespolizisten fanden den auf französischem Staatsgebiet abgestellten Renault und beobachteten, wie zwei Männer aus dem Wagen zu Fuß flüchteten.
Der mutmaßliche Fahrer konnte gestellt und vorläufig festgenommen werden. Der 21-Jährige trug leichte Verletzungen davon – durch die Schüsse wurde er jedoch nicht verletzt. Er befindet sich derzeit auf einer französischen Polizeidienststelle. Durch ein Rechtshilfeersuchen der Staatsanwaltschaft Offenburg werden die weiteren Maßnahmen mit den französischen Behörden abgestimmt.
Bei der zweiten und derzeit noch flüchtenden Person im Wagen könnte es sich um einen 20-Jährigen handeln. Im Renault wurde ein entsprechendes Ausweisdokument gefunden. Ob es sich bei dem Mitfahrer tatsächlich um diesen Mann handelt und ob er eventuell verletzt wurde, ist derzeit unklar.
Aufgrund des Vorfalls waren am Freitagmorgen ab 8 Uhr der Tramverkehr von Deutschland nach Frankreich und umgekehrt sowie der Ausreiseverkehr nach Frankreich für etwa eine Stunde gesperrt. Der Verkehr in Richtung Frankreich wurde an der Hafenstraße ausgeleitet. Inzwischen ist der Tramverkehr wieder komplett freigegeben, der Verkehr auf der B28 in Richtung Frankreich ist wieder einspurig geöffnet.