Die Regierungschefs von Bremen und Sachsen sprechen sich für eine mögliche Kandidatur der CSU-Politikerin Ilse Aigner als Bundespräsidentin aus. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bezeichnete die Politikerin im „Bericht aus Berlin“ des ARD-Hauptstadtstudios als „herausragende Persönlichkeit“. Der CDU-Politiker plädiert klar dafür, dass eine Frau das nächste Staatsoberhaupt stellen sollte.
Aigner müsse das Land zusammenführen können und einen parteiübergreifenden Antritt haben, argumentiert Kretschmer. „Wer das höre, werde feststellen: Das trifft auf Ilse Aigner zu.“ Zeitungsberichten zufolge gibt es CDU-intern die Forderung, eine Kandidatin aus den eigenen Reihen zu stellen. Sachsens Ministerpräsident sieht das jedoch nicht als zwingend an. „Ich bin der Meinung, dass wir die beste Persönlichkeit für dieses Land finden sollten“, betont Kretschmer.
Unterstützung für Aigner kommt auch von der SPD: „Die bringt die notwendigen Voraussetzungen mit – von der Fachlichkeit, von ihrem Auftreten, aber auch von der empathischen Grundeinstellung her“, sagte Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). Auch er hält es für „sehr richtig“, dass Deutschland erstmalig eine Bundespräsidentin bekäme. Bovenschulte macht aber deutlich, dass die Entscheidung nicht in der Hand der SPD liegt: „Da ist jetzt auch die CDU am Zug. Da ist auch der Kanzler gefordert.“
Bayerns Ministerpräsident und CSU-Parteichef Markus Söder bekräftigt den Anspruch der CSU, Aigner ins Rennen zu schicken. „Noch nie in 75 Jahren hat die CSU – weder Bundeskanzler noch Bundespräsident – gestellt. Eigentlich kann man schon mal argumentieren, dass wir jetzt auch ein bisschen dran wären.“ Die CDU habe sich zwar für eine Frau ausgesprochen, selbst aber noch kein Angebot unterbreitet: „Andere Namen habe ich noch nicht gehört.“
Anne König, die frauenpolitische Sprecherin der Unionsfraktion im Bundestag (CDU), zeigt sich offen für eine Kandidatin der Schwesterpartei: „Für mich ist nicht entscheidend, ob die Person von CDU oder CSU stammt.“ Die Union habe „hervorragende Frauen in ihren Reihen, die durch ihren politischen Werdegang überzeugen“.
Der stellvertretende Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Mathias Middelberg (CDU), äußert sich hingegen kritisch zur Geschlechterdebatte: „Ich halte nichts von der Diskussion über das Geschlecht des Kandidaten oder der Kandidatin. Egal, ob Frau, Mann, Hund, Katze, Maus – es muss ein Kandidat oder Kandidatin sein mit echter politischer Autorität.“
Die CDU wird sich in ihrer Präsidiumssitzung am 9. November mit der Kandidatenfrage beschäftigen. Die Bundesversammlung tritt Ende Januar zusammen, um den Nachfolger oder die Nachfolgerin von Noch-Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zu wählen.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.
Autor: dts Nachrichtenagentur