Der Landkreis Ravensburg wurde am Mittwoch von mehreren Verkehrsunfällen heimgesucht. Hinzu kommt eine perfide Betrugswelle, vor der die Polizei nun warnt.
Auf der Kreisstraße zwischen Schmalegg und Ravensburg verlor ein 32-jähriger Daimler-Fahrer kurz vor 22.30 Uhr die Kontrolle über sein Fahrzeug, nachdem mehrere Rehe bei Hagenbach die Fahrbahn überquert hatten. Der Mann erschrak, kam nach rechts von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Mit leichten Verletzungen brachte ihn eine Rettungswagenbesatzung in eine Klinik. Am Daimler entstand wirtschaftlicher Totalschaden von rund 50.000 Euro. Der Baum wurde ebenfalls beschädigt, die genaue Schadenshöhe steht noch aus. Ein Abschleppunternehmen barg das Fahrzeug.
Am Mittwochnachmittag streifte ein unbekannter Fahrzeuglenker einen Suzuki in einer Parkbucht in Knollengraben. Der Unbekannte beschädigte das Auto mutmaßlich beim rückwärts Ausparken am linken Heck und fuhr davon, ohne sich um den Schaden in Höhe von rund 2.000 Euro zu kümmern. Die Polizei sucht Zeugen, die den Unfall zwischen 13 und 16 Uhr beobachtet haben. Sie können sich unter 0751/803-3333 beim Polizeirevier Ravensburg melden.
In Weingarten kam es am Dienstag gegen 16 Uhr in der Straße Promenade zu einem Unfall zwischen einem 44-jährigen BMW-Lenker und einem 8-jährigen Jungen auf dem Fahrrad. Das Kind fuhr vom Gehweg auf die Fahrbahn und übersah dabei den Wagen. Der Junge stürzte und zog sich Schürfwunden zu. Eine Rettungswagenbesatzung brachte ihn in ein Krankenhaus. Der Sachschaden fiel gering aus.
Auf der Autobahn A 96 ereigneten sich am Mittwochmorgen zwei Unfälle wegen nicht angepasster Geschwindigkeit auf nasser Fahrbahn. Kurz nach 7 Uhr geriet ein 37-jähriger Daimler-Fahrer zwischen den Anschlussstellen Aichstetten und Leutkirch-West beim Spurwechsel ins Schleudern, kam nach rechts von der Fahrbahn ab und kippte zur Seite. Das Fahrzeug landete auf dem Pannenstreifen. Der 37-Jährige erlitt leichte Verletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden am Daimler beträgt rund 40.000 Euro. Kurz nach 8 Uhr zwischen den Anschlussstellen Wangen-West und Wangen-Nord verlor ein 39-jähriger VW-Fahrer beim Spurwechsel die Kontrolle über sein Fahrzeug. Es kam nach rechts von der Fahrbahn ab und kollidierte mit mehreren Elementen der Schutzplanke. Der 39-Jährige kam mit dem Schrecken davon. Der Sachschaden am VW beträgt rund 20.000 Euro, an der Leitplanke etwa 17.000 Euro. Beide Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang vor der oft unterschätzten Gefahr von Aquaplaning, das insbesondere bei Starkregen unvermittelt auftritt, wenn Wasser sich auf der Fahrbahn sammelt und nicht schnell genug abfließen kann. In solchen Wasserlachen können Fahrzeuge unmittelbar unkontrollierbar werden, sofern die Geschwindigkeit nicht schon vorher reduziert wurde.
Ebenfalls am Mittwoch in Isny stürzte eine 21-jährige Motorradfahrerin kurz nach 12 Uhr mit ihrer Yamaha auf nasser Fahrbahn. Die Frau bog von der Karl-Wilhelm-Heck-Straße in die Lindauer Straße ab, geriet ins Rutschen und stürzte. Sie erlitt leichte Verletzungen und wurde in eine Klinik gebracht. An der Yamaha entstand Sachschaden in Höhe mehrerer hundert Euro.
Warnung vor Betrugswelle: Die Polizei warnt vor einer perfiden Betrugsmasche mit Schockanrufen. Am Mittwoch gab eine 55-Jährige im Landkreis Ravensburg an, einen Anruf von einer vermeintlichen Mitarbeiterin eines Universitätsklinikums erhalten zu haben. Diese behauptete, dass die Tochter der Frau im Krankenhaus liege und Krebs diagnostiziert worden sei. Zur Behandlung seien Medikamente im Wert von 150.000 Euro erforderlich, die die Mutter zahlen solle. Die Betrüger setzten die Frau unter Druck, betonten die angebliche Dringlichkeit und drohten implizit mit Schlimmerem. Die 55-Jährige erkannte den Betrugsversuch sofort, zumal ihre Tochter zu Besuch bei ihr war, und verständigte die Polizei. Im Bodenseekreis gelang der gleichen Betrugsmasche der Erfolg – dort verlor eine Seniorin ihr Erspartes.
Die Polizei empfiehlt: Beenden Sie verdächtige Gespräche sofort. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Nehmen Sie unter den Ihnen bekannten Rufnummern Kontakt zu dem vermeintlich erkrankten Familienmitglied auf. Geben Sie niemals Geld heraus. Verständigen Sie die Polizei. Die Beamten raten auch, Bekannte und insbesondere ältere Angehörige über diese Betrugsmasche zu sensibilisieren.