Das Oberlandesgericht München hat ein irakisches Ehepaar zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt. Die Anklage warf dem Paar vor, zwei jesidische Mädchen versklavt, vergewaltigt und misshandelt zu haben.
Die Bundesanwaltschaft hatte die Anklage im Dezember 2024 erhoben. Neben Versklavung und Vergewaltigung wirft sie dem Paar Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit sowie Kriegsverbrechen vor. Hinzu kommen Vorwürfe des Menschenhandels, des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung.
Das nach islamischem Recht verheiratete Ehepaar gehörte zwischen Oktober 2015 und Dezember 2017 dem Islamischen Staat (IS) an und hielt sich im Irak sowie in Syrien auf. Im Herbst 2015 kaufte der Mann auf einem Basar in Mossul auf Wunsch seiner Frau ein damals fünfjähriges jesidisches Mädchen als Sklavin. Anfang Oktober 2017 erwarb das Paar ein weiteres jesidisches Mädchen im Alter von zwölf Jahren. Der Mann vergewaltigte beide Kinder mehrfach. Zusätzlich zur sexuellen Gewalt wurden die Mädchen zur ständigen Hausarbeit und Kinderbetreuung gezwungen und wirtschaftlich ausgebeutet. Das Ehepaar soll die Kinder zudem körperlich misshandelt haben.
Die Verurteilten wurden am 9. April 2024 festgenommen und befanden sich seitdem in Untersuchungshaft.
Autor: dts Nachrichtenagentur