Leipzig prüft mobile Sperrmüllentsorgung nach Berliner Vorbild

Die Ratsversammlung Leipzig befasst sich mit einem Antrag der AfD-Fraktion zur Einführung temporärer mobiler Entsorgungsmöglichkeiten für Sperrmüll in Großwohnsiedlungen. Das Modell orientiert sich an den sogenannten BSR-Kieztagen in Berlin, einem kostenlosen Serviceangebot der Berliner Stadtreinigung.

Nach dem Berliner Konzept richten mobile Sammelstellen an festgelegten Tagen in verschiedenen Stadtteilen ein. Bürger können dort beispielsweise alte Möbel, Elektrogeräte oder Textilien abgeben, ohne einen stationären Wertstoffhof aufsuchen zu müssen. Ergänzend gibt es sogenannte Tausch- und Verschenkbereiche, in denen gut erhaltene Gegenstände weitergegeben werden können.

Der Antrag (ein Beschlussvorschlag einer Fraktion) fordert die Stadt auf, ein entsprechendes Konzept für Leipzig zu entwickeln. Dabei soll auch geprüft werden, ob die Leipziger Wohnungs- und Baugesellschaft mbH und weitere Wohnungsgenossenschaften sich finanziell und organisatorisch beteiligen können.

Laut Antragsbegründung können solche mobilen Angebote illegale Müllablagerungen verringern und das Bewusstsein für Abfalltrennung und Recycling stärken. Gleichzeitig fördern sie den nachbarschaftlichen Austausch und tragen zu einem sauberen Stadtbild bei.

Der Fachausschuss Umwelt, Klima und Ordnung berät die Vorlage am 30. Juni 2026 in zweiter Lesung. Die Ratsversammlung soll am 1. Juli 2026 entscheiden. Ein Umsetzungsvorschlag soll der Ratsversammlung bis Ende 2026 vorgelegt werden.

Carsten Müller, Politikredaktion Sachsen