Leipzig prüft Umnutzung geschlossener Kita-Flächen als Spielplätze

Das Dezernat Jugend, Schule und Demokratie hat untersucht, ob Freiflächen von dauerhaft geschlossenen Kindertagesstätten in Leipzig der Öffentlichkeit als Spielplätze zur Verfügung gestellt werden können. Dies war Gegenstand einer Einwohneranfrage vom März 2026.

Bei der Prüfung wurden mehrere Faktoren berücksichtigt: Zusätzliche Ausstattung wie Müllbehälter und Beschilderung, Ressourcen für Wartung und Unterhalt, Sicherheitsaspekte bei ungenutzten Gebäuden auf den Grundstücken, Lärmschutz in der Nähe von Wohnhäusern sowie die Eigentumsverhaltnisse der Flächen.

Das Ergebnis fällt ernüchternd aus: Nach Überprüfung der infrage kommenden Liegenschaften konnte keine Fläche identifiziert werden, die für eine öffentliche Nutzung geeignet wäre. Nicht alle Grundstücke befinden sich im Besitz der Stadt Leipzig. Die städtischen Flächen liegen zudem in unmittelbarer Nähe zu Wohnhäusern, was bei öffentlichen Spielplätzen zu Lärmemissionsproblemen führt, die anders zu bewerten sind als bei Kita-Nutzung. Teilweise besteht Bedarf an Sicherungs- und Sanierungsmaßnahmen, um die Spielflächen überhaupt nutzbar zu machen.

Die Stadt verfügt derzeit nicht über die erforderlichen finanziellen Mittel für eine sichere öffentliche Nutzung. Stattdessen werden Spielgeräte von geschlossenen Kitas an andere Standorte verlagert, wo sie finanzielle Engpässe ausgleichen. Als Alternative stehen bereits Schulhöfe und Sportflächen an neun Schulen für die öffentliche Nutzung zur Verfügung. Perspektivisch sind weitere Öffnungen geplant, sobald Mittel verfügbar sind. Neue und sanierte Schulstandorte werden bereits mit öffentlicher Nutzung eingeplant.

Carsten Müller, Politikredaktion Sachsen