Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) macht Ernst im Kampf gegen den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen: Eine neue Verordnung seines Ministeriums soll ab November die Anerkennung ausländischer Mediziner und Apotheker in Deutschland erheblich vereinfachen.
„Wer Fachkräfte für das Gesundheitssystem gewinnen will, darf sie nicht durch Bürokratie ausbremsen“, begründet Linnemann seinen Schritt. Die Verordnung zielt darauf ab, dass Behörden künftig Dokumente in englischer Sprache akzeptieren und alle Verfahren digital ablaufen. Damit schafft das Ministerium bundeseinheitliche Standards für die Anerkennung von Abschlüssen bei Ärzten, Zahnärzten, Apothekern und Hebammen.
Eine besondere Regelung soll auch Fachkräften aus der Ukraine zugute kommen: Wer eine Ausbildung zum Arzt oder Apotheker im Ausland begonnen hat, kann diese im Ausnahmefall künftig in Deutschland fortsetzen und abschließen. „Davon profitieren die Fachkräfte, unser Gesundheitssystem und vor allem die Patienten“, betont der Minister.
Die neuen Maßnahmen adressieren ein erhebliches Problem: Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung rechnet damit, dass Deutschland bis 2040 etwa 50.000 Ärzte fehlen werden – besonders dramatisch in ländlichen Regionen. Eine Umfrage der DAK Gesundheit zeigt, dass bereits jetzt mehr als ein Drittel der Deutschen einen Ärztemangel in ihrer Gegend erleben.
Linnemanns Verordnung ergänzt ein bereits beschlossenes Gesetz zur Beschleunigung der Anerkennungsverfahren ausländischer Berufsqualifikationen in Heilberufen. Der Bundesrat wird sich mit der Verordnung am 16. Oktober befassen.
Autor: dts Nachrichtenagentur