Eine Verkehrskontrolle ist am Montagabend in eine gefährliche Verfolgungsjagd ausgeartet, bei der ein betrunkener 39-Jähriger mehrfach mit seinem Mazda ein Polizeifahrzeug rammte. Die Polizei sucht Zeugen und Verkehrsteilnehmer, die durch die riskante Fahrt gefährdet wurden.
Gegen 21 Uhr war bei der Polizei ein Mazda-Fahrer gemeldet worden, der im Bereich Loffenau durch seine auffällige Fahrweise aufgefallen war. Als Polizisten des Reviers Gaggenau den Wagen aus Richtung Bad Herrenalb kommend sichteten, versuchten sie ihn am Ortseingang von Loffenau zu stoppen. Der 39-Jährige hielt jedoch nicht an und durchfuhr mit überhöhter Geschwindigkeit die Ortsdurchfahrt in Richtung Gernsbach.
Am Ortsausgang gelang es einem der beiden verfolgenden Streifenwagen, den Mazda zu überholen, um ihn zum Anhalten zu bewegen. Der Mann überholte daraufhin den vorderen Streifenwagen, geriet dabei auf den Grünstreifen und fuhr gegen die rechte Seite des Polizeiautos. Im weiteren Verlauf durchfuhr er Straßen innerhalb geschlossener Ortschaften teilweise mit deutlich mehr als 100 Stundenkilometern und missachtete mehrere rote Ampeln.
Die Verfolgungsfahrt setzte sich bis zur B462 fort. In Höhe der Ortschaft Hörden konnte der Mazda wieder vom zuvor touchierten Streifenwagen überholt werden. Der 39-Jährige wendete umgehend und fuhr zurück in Richtung Gernsbach, wo er auf Höhe einer Tankstelle erneut die Fahrtrichtung wechselte und seinen Wagen wieder in Richtung Gaggenau steuerte.
In der Nähe der Abfahrt Ottenau gelang es den Polizisten schließlich, den Fahrer zu stoppen. Nachdem ein Beamter für die Kontrolle aus seinem Fahrzeug gestiegen war, setzte der Mazda-Lenker zurück und gab erneut Gas. Dabei hielt er direkt auf den Polizisten zu, der zur Seite ausweichen musste, um nicht erfasst zu werden. Gleichzeitig sprühte der Beamte mit seinem Pfefferspray durch das geöffnete Fahrerfenster des Mazda. Der Mann setzte seine Flucht fort und rammte ein weiteres Mal das bereits beschädigte Polizeifahrzeug.
Der 39-Jährige fuhr nun weiter in Richtung Gaggenau, wo er auf Höhe der Abfahrt Gaggenau-Mitte durch den beschädigten Streifenwagen erneut überholt werden konnte. Zusammen mit dem zweiten Streifenwagen konnte der Mazda schließlich zum Stillstand gebracht werden. Dabei fuhr der Mann in die linke Seite des Polizeiautos und kollidierte zudem mit der Leitplanke.
Bei dem Mazda-Fahrer stellte die Polizei eine Alkoholkonzentration von rund zwei Promille fest. Bei der Verfolgungsfahrt war neben den Streifenfahrzeugen auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Weder die Polizisten noch der 39-Jährige wurden verletzt.
Der Schaden am Mazda wird auf 700 Euro geschätzt, der Schaden am beschädigten Streifenwagen beträgt nach aktuellen Schätzungen 60.000 Euro. Beide Fahrzeuge wurden abgeschleppt. Im Verlauf der Verfolgungsfahrt entging der Mazda-Fahrer mehrmals nur knapp einer Frontalkollision mit dem Gegenverkehr. Gefährdete Verkehrsteilnehmer werden gebeten, sich unter der Rufnummer 07221 97230-0 mit den Ermittlern des Verkehrsdienstes Baden-Baden in Verbindung zu setzen.