Manipuliertes Tachographen-Kontrollgerät am Lastwagen führt zu 30.000 Euro Bußgeld

Am Mittwoch, dem 05.11.2025, stoppte die Autobahnpolizei Bielefeld in Zusammenarbeit mit der Außenstelle Münster den Fahrer eines Lastwagens aus der Türkei auf dem Autohof Aurea an der A2 bei Rheda-Wiedenbrück. Bei der Kontrolle gab es Unregelmäßigkeiten bei der Aufzeichnung der Lenk- und Ruhezeiten des Fahrpersonals.

Das Kontrollgerät wurde ausgebaut und begutachtet. Erste Anzeichen einer Manipulation wurden festgestellt. Das Gerät war nicht mehr im Originalzustand, was besonders auffällig ist, weil die Erstzulassung des Lastwagens weniger als zwei Wochen zurücklag und der Wagen damit quasi neu war.

Sowohl der Fahrer als auch die verantwortliche Firma bestritten die Manipulation. Die Firma war jedoch bereits im Juli wegen derselben Manipulation aufgefallen, was darauf hindeutet, dass mehrere Lastwagen dieser Firma betroffen waren. Die Untersuchung in einer Fachwerkstatt in Beckum bestätigte die Veränderung am Kontrollgerät.

Nach einer intensiven Durchsuchung des Fahrerhauses wurde ein versteckter Kippschalter mit einem passenden Kabelstrang bis zum Armaturenbrett aufgefunden. In einer Probefahrt zeigte sich: Mit dem Kippschalter konnte die Aktivität des Kontrollgeräts auf die Ruhezeit umgestellt werden. Dann fielen die gefahrenen Geschwindigkeiten auf 0 km/h, und die Lenk- und Ruhezeiten wurden nicht mehr zuverlässig aufgezeichnet. Dadurch konnte der Fahrer während der supposed Ruhezeit weiterfahren, ohne dass das Gerät eine Pause registrierte.

Dies führte zu der Gefahr, dass der Fahrer dauerhaft übermüdet war und das Fahrverhalten eine erhöhte Gefahr für den Straßenverkehr darstellte. Zudem würden sämtliche Assistenzsysteme am Lastwagen ausfallen, da dem Fahrzeug suggeriert würde, dass es steht und nicht fährt. Die Folge ist eine potenziell gefährliche Konstellation für Fahrer und Umgebung, mit der Hinweis auf eine mögliche schwere Unfallsituation, die in diesem Fall von Fahrer und Firma billigend in Kauf genommen worden sein könnte.

Nach Rücksprache mit der zuständigen Bußgeldstelle in Bremen wurde dem Unternehmen ein Bußgeld von 30.000 Euro für diese vorsätzliche Tat auferlegt. Die Sicherheitsleistung wurde an den beiden folgenden Tagen von der Halterfirma in zwei Raten beglichen. Die Weiterfahrt des Lastwagens bleibt bis zur vollständigen Reparatur untersagt. Alle manipulierten Bauteile wurden zur Beweissicherung sichergestellt.

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