In Mannheim sind Betrüger mit einem perfiden Schockanruf erfolgreich gewesen: Sie erbeuteten 50.000 Euro von einer 88-jährigen Frau aus Käfertal, indem sie ihr vorgaukelten, ihr Sohn habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und benötige dringend Geld für eine Operation.
Der Betrug begann am Donnerstagabend gegen 19:30 Uhr. Ein Mann rief die Seniorin auf Russisch an und behauptete, ihr Sohn habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Sowohl der Sohn als auch der Unfallgegner seien schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Anschließend übernahm eine Frau das Gespräch, die sich als Schwiegertochter der 88-Jährigen ausgab. Sie forderte 90.000 Euro für die angeblich notwendige Operation des Familienmitglieds.
Als die Seniorin erklärte, 50.000 Euro zu Hause zu haben, vereinbarte die Betrügerin mit ihr einen Treffpunkt zur Übergabe dieses Betrages. Dort wartete ein etwa 30 Jahre alter Mann mit osteuropäischem Erscheinungsbild und einer Körpergröße von etwa 160 bis 165 Zentimetern, der ebenfalls fließend Russisch sprach und das Geld entgegennahm.
Nach der Geldübergabe zwischen 19:45 und 20:15 Uhr im Bereich des Verbindungsweges zwischen der Hermann-Gutzmann-Schule und dem Gelände des VFB Gartenstadt begab sich die 88-Jährige wieder nach Hause. Dort erhielt sie erneut einen Anruf der Betrüger, die weiteres Geld für die Operation des Sohnes forderten. Zufällig kamen zu diesem Zeitpunkt der echte Sohn und die Schwiegertochter zu Besuch. Als der Betrug auffiel, behauptete der Mann am Telefon, dass alles ein Versehen gewesen sei und bereits jemand unterwegs sei, um die 50.000 Euro zurückzubringen. Der Sohn verständigte daraufhin die Polizei.
Das Fachdezernat der Kriminalpolizeidirektion Heidelberg hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Polizei sucht Zeugen, die zum Zeitpunkt der Geldübergabe am Donnerstagabend zwischen 19:45 und 20:15 Uhr im Bereich des Verbindungsweges zwischen der Hermann-Gutzmann-Schule und dem Gelände des VFB Gartenstadt unterwegs waren und verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Hinweise nimmt das Hinweistelefon der Kriminalpolizei unter 0621/174-4444 entgegen.
Die Polizei gibt wichtige Präventionshinweise: Bei ungewöhnlichen Anrufen über Unfälle von Familienmitgliedern sollte man misstrauisch sein, da seriöse Institutionen niemals auf diese Weise Kontakt aufnehmen. Niemals sollten persönliche Informationen oder Geld an unbekannte Anrufer weitergegeben werden. Bei verdächtigen Anrufen sollte man auflegen und das angeblich betroffene Familienmitglied direkt anrufen oder bei Polizei oder Krankenhaus nachfragen. Bei Schockanrufen oder Betrugsverdacht sollte sofort die Polizei kontaktiert werden. Außerdem sollten Familie und Freunde über diese Betrugsmasche informiert werden.