Mario Voigt bleibt Vorsitzender der CDU Thüringen. Auf dem Landesparteitag in Eisenach wählten die Delegierten den 48-Jährigen am Samstag mit überwiegender Mehrheit erneut ins Amt. Von 148 abgegebenen Stimmen entfielen 122 auf Voigt, 23 Delegierte stimmten gegen ihn und drei enthielten sich der Stimme. Dies entspricht einer Zustimmungsquote von 84,41 Prozent. Ein Gegenkandiddat trat nicht an.
Voigt nutzte die Gelegenheit, um eine positive Bilanz der sogenannten Brombeer-Koalition zu ziehen, die sich aus CDU, BSW und SPD zusammensetzt. Die Landesregierung stehe für Lösungen statt für Lärm, sagte er und verwies auf konkrete Erfolge: Milliarden-Investitionen in die Kommunen und eine stärkere Unterstützung des Ehrenamts seien umgesetzt worden.
Deutlich wurde auch, dass Voigt unter Druck steht. Die gegen ihn erhobenen Plagiatsvorwürfe zu seiner Doktorarbeit wies er erneut zurück. Er kündigte an, sich gerichtlich gegen die Aberkennung seines Doktortitels zur Wehr zu setzen. Gleichzeitig gab Voigt zu, sich in einem „innerlichen Dilemma“ zu befinden: Er wolle seine wissenschaftliche Arbeit verteidigen, wisse aber, dass politische Gegner dies für Angriffe ausnutzen würden.
Die Herausforderungen für Voigt sind erheblich. Die AfD-Fraktion hat ein Misstrauensvotum gegen den Ministerpräsidenten beantragt, das am kommenden Freitag im Landtag stattfinden soll. Hinzu kommt Unruhe in der eigenen Koalition: Das BSW auf Bundesebene forderte seine Thüringer Landespartei zuletzt zum Koalitionsbruch auf. Der Landesvorstand lehnte dies ab, doch zwei Abgeordnete unterstützten den Aufruf der Bundespartei.
Voigt führt die CDU Thüringen seit 2022 an und ist seit 2024 Ministerpräsident. Ein erhebliches strukturelles Problem: Seine Koalition verfügt im Landtag nur über 44 von insgesamt 88 Sitzen und hat damit keine eigene Mehrheit.
Autor: dts Nachrichtenagentur