Bei Geschwindigkeitskontrollen am Pfingstwochenende im Kreis Segeberg haben Polizistinnen und Polizisten hunderte Verstöße festgestellt. Der schwerwiegendste Fall: Ein Motorradfahrer raste mit 121 km/h durch eine 50er-Zone.
Am Pfingstsonntag (24. Mai 2026) kontrollierten die Beamten zwischen 13:00 und 18:00 Uhr in den Schmalfelder Kurven auf der Landesstraße 234 zwischen Schmalfeld und Kaltenkirchen. Dabei stellten sie insgesamt 160 Geschwindigkeitsverstöße fest. 57 Autofahrer, davon 15 Motorradfahrer, erhielten Verwarn- und Bußgeldbescheide.
Der negative Spitzenreiter war ein Motorradfahrer, der mit 121 km/h bei erlaubten 50 km/h unterwegs war. Ihm drohen 700 Euro Bußgeld, drei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot.
Noch dramatischer waren die Zahlen am Pfingstmontag (25. Mai 2026) auf der Kreisstraße 109 zwischen Todesfelde und Stuvenborn. Von 435 Fahrzeugen, die zwischen 10:00 und 17:00 Uhr die Kontrollstelle passierten, waren 111 zu schnell – eine Quote von über 25 Prozent. Normalerweise liegt der Durchschnitt bei nur 10 Prozent.
Auch hier erreichte ein Motorradfahrer den Spitzenwert: Mit 121 km/h bei erlaubten 60 km/h drohen ihm 600 Euro Bußgeld, zwei Punkte und zwei Monate Fahrverbot. Der schnellste Autofahrer wurde mit 107 km/h gemessen und muss mit 320 Euro Bußgeld, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot rechnen.
Die sogenannten „Todesfelder Kurven“ gelten als besondere Unfallhäufungslinie. In der laufenden Saison kam es hier bereits zu drei Verkehrsunfällen mit Motorradfahrern zwischen 18 und 34 Jahren, die alleinbeteiligt in Kurvenlage von der Fahrbahn abkamen und sich zum Teil schwer verletzten. Nicht angepasste Geschwindigkeit war nach bisherigen Erkenntnissen in allen Fällen mindestens eine Mitursache.
Hintergrund der verstärkten Kontrollen: Laut dem Verkehrssicherheitsbericht 2025 für Schleswig-Holstein ist die Zahl der Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweirädern nach einem historischen Tiefstand 2023 wieder gestiegen. 2025 waren 1.303 Motorradfahrer an Verkehrsunfällen beteiligt, 17 davon verliefen tödlich. Fast jeder dritte Unfall (28,2 Prozent) wurde durch nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit verursacht.
Im Kreis Segeberg stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit motorisierten Zweiradfahrern um 9 Prozent von 144 (2024) auf 157 (2025). Die Zahl der dabei Verletzten sank leicht um 1,4 Prozent von 139 auf 137.
Die Polizei kündigte weitere Kontrollen an und appelliert im Sinne der Verkehrssicherheit und der lärmgeplagten Anwohner an die Vernunft aller Verkehrsteilnehmer.