Die Wiesbadener Polizei beschäftigt sich aktuell mit einer Serie von Straftaten, die sich in der vergangenen Woche ereignet haben – von nächtlichen Bränden über Übergriffe bis zu einer queerfeindlichen Attacke mit Körperverletzung.
Mehrere Mülltonnenbränden in der Nacht
In der Nacht zum Freitag setzten unbekannte Täter Mülltonnen an zwei verschiedenen Orten in Brand. Gegen 02:20 Uhr brannten zunächst sechs Mülltonnen in der Heinrich-Zille-Straße in Schierstein. Das Feuer beschädigte nicht nur die Behälter, sondern auch ein Hochbeet einer Kindertagesstätte in unmittelbarer Nähe. Kurz darauf, gegen 02:40 Uhr, wurden drei weitere Mülltonnen in der Uferstraße in Biebrich angezündet. Im zweiten Fall beobachteten Zeugen die flüchtenden Personen und gaben eine Personenbeschreibung ab. Die Polizei nahm zwei Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren fest, deren Beschreibung auf die Beobachtungen zutraf. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurden sie entlassen. Ob die beiden tatsächlich für beide Brände verantwortlich sind, ist noch Gegenstand der Ermittlungen.
Zwei Reizgas-Attacken am Donnerstagabend
Am Donnerstagabend kam es in Wiesbaden zu zwei separaten Angriffen mit einem Reizstoffsprühgerät. Der erste Vorfall ereignete sich gegen 20:10 Uhr in der Bahnhofstraße in Wiesbaden-Mitte. Ein unbekannter Täter sprühte unvermittelt Reizgas gegen einen 25-jährigen Mann, der daraufhin unter Augenreizungen litt. Der Angreifer wurde als klein, männlich, mit gelockten Haaren und dunklem Hauttyp beschrieben. Weniger als dreieinhalb Stunden später, gegen 23:30 Uhr, ereignete sich ein ähnlicher Überfall am Bahnhofsplatz in Wiesbaden-Südost. Dort sprühte ein unbekannter Täter Reizgas gegen einen 39-jährigen Mann. Der Angreifer wurde als männlich, etwa 20 bis 30 Jahre alt, etwa 1,70 Meter groß und mit dunklem Hauttyp beschrieben.
Altkleidercontainer aufgebrochen
Am Donnerstag wurde in Wiesbaden-Klarenthal ein mit einem Vorhängeschloss gesicherter Altkleidercontainer in der Goerdelerstraße zwischen 12:00 Uhr und 22:25 Uhr gewaltsam geöffnet. Die Täter flüchteten unerkannt. Ob etwas entwendet wurde, ist bislang unklar.
Jugendliche stehlen Auto und Bargeld
Am Donnerstagvormittag gegen 17:00 Uhr verschafften sich zwei Jugendliche Zutritt zu einem grauen Skoda, den der Besitzer zuvor in der Karl-Arnold-Straße in Wiesbaden-Dotzheim abgestellt hatte. Die Jugendlichen nutzten das Fahrzeug unbefugt und stellten es später in der Frauensteiner Straße ab. Dabei entwendeten sie auch Bargeld aus dem Wagen und flüchteten. Der erste Jugendliche wird beschrieben als männlich, etwa 13 bis 15 Jahre alt, circa 1,70 Meter groß, mit südländischem Erscheinungsbild, kurzen schwarzen lockigen Haaren, schwarzem T-Shirt und schwarzer Hose. Der zweite Jugendliche ist ebenfalls männlich, etwa 13 bis 15 Jahre alt, circa 1,60 Meter groß, mit kurzen blonden lockigen Haaren, pinkem T-Shirt und weißen Shorts.
Schwerer Autobahn-Unfall
Am Freitagvormittag gegen 10 Uhr kam es auf der Autobahn 3 bei Wiesbaden zu einem Verkehrsunfall mit schweren Verletzungen. Ein Sattelzug und ein Mercedes-Sprinter fuhren hintereinander auf dem rechten Fahrstreifen in Richtung Köln, als in Höhe des Rastplatzes Medenbach der Verkehr ins Stocken geriet. Der Sattelzug bremste ab, doch der 41-jährige Fahrer des Sprinters konnte trotz Ausweichversuch nicht rechtzeitig reagieren und kollidierte mit dem Sattelzug. Der 41-Jährige erlitt schwere Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Autobahn musste in beide Richtungen zeitweise vollständig gesperrt werden. Ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Der Sprinter war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden.
Queerfeindliche Attacke mit Körperverletzung
Ein 21-Jähriger wurde am Montagabend, den 22. Juni, gegen 18:20 Uhr im Bereich Am Parkfeld in Wiesbaden-Biebrich queerfeindlich beleidigt und tätlich angegriffen. Eine Gruppe von etwa sechs bis acht Jugendlichen beschimpfte ihn wegen seiner sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität. Eine Person aus der Gruppe spuckte den 21-Jährigen an, eine andere trat ihn von einem E-Scooter aus im Vorbeifahren, und mehrere Personen warfen Steine auf ihn. Der Vorfall wurde der Polizei erst am 15. Juli bekannt. Der Staatsschutz Wiesbaden hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen.
Das Polizeipräsidium Westhessen bietet betroffenen Personen von queerfeindlichen Straftaten eine spezialisierte Ansprechstelle an. Diese besteht seit 2010 und steht als vorurteilsfreie Anlaufstelle zur Verfügung. Ansprechpartner sind Polizeioberkommissarin Victoria Willich, Wachpolizist Alexandro Klimpel und Polizeihauptkommissar Florian Meerheim, erreichbar unter der Rufnummer 0611-345 1516 oder per E-Mail unter rainbow.ppwh@polizei.hessen.de.
Die Polizei Wiesbaden bittet Zeugen aller genannten Vorfälle, sachdienliche Hinweise unter der Rufnummer (0611) 345-0 zu melden.