Die Bundespolizei hat in der Nacht von Freitag auf Samstag bei Mittenwald einen mutmaßlichen Schleuser festgenommen, der drei ägyptische Staatsangehörige illegal von Italien nach Deutschland bringen wollte. Der rumänische Autofahrer wurde vorläufig festgenommen und angezeigt, die drei Ägypter mussten Deutschland wieder verlassen.
Die Bundespolizisten stoppten den Wagen mit italienischem Kennzeichen an der Bundesstraße nahe Mittenwald. Am Steuer saß ein Rumäne, der sich mit seiner Identitätskarte ausweisen konnte. Auf der Rückbank befanden sich drei Männer aus Ägypten. Der erste zeigte den Beamten einen ägyptischen Reisepass, der zweite wollte sich mit dem Handyfoto seines abgelaufenen ägyptischen Passes ausweisen. Der dritte Ägypter hatte nur persönliche Dokumente, aber keinen Pass dabei. Keiner der drei hatte Papiere für einen beabsichtigten Aufenthalt in Deutschland. Nach eigenen Angaben waren sie auf dem Weg nach München, um dort zu wohnen und zu arbeiten.
Bei der Überprüfung der Personalien des 27-jährigen Ägypters stellte sich heraus, dass er seit über einem Jahr von der Staatsanwaltschaft Kaiserslautern gesucht wurde. Ein Strafbefehl war ihm auszuhändigen, da er wegen einer Urkundenfälschung Justizschulden in Höhe von 200 Euro hat. Außerdem ermittelten die Bundespolizisten, dass sein Asylantrag in Deutschland bereits 2024 abgelehnt worden war und er auch in Italien, wo er sich zuvor längere Zeit aufgehalten hatte, über keinen Schutzstatus verfügt.
Auf Anordnung des Rosenheimer Amtsgerichts wurde der 27-Jährige in Haft genommen, um seine Rückführung nach Ägypten sicherzustellen. Die Bundespolizei brachte ihn in die Eichstätter Abschiebehafteinrichtung. Dort muss er auf den Rückflug ins Heimatland warten. Seine beiden Landsleute, die mit ihm im Auto des Rumänen saßen, mussten die Bundesrepublik ebenfalls verlassen. Sie wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen mit dem Zug nach Österreich zurückgewiesen.
Der rumänische Fahrer wurde von der Bundespolizei wegen Einschleusens von Ausländern angezeigt, bevor er seine Autofahrt fortsetzen konnte. Der mutmaßliche Schleuser, der in Italien gemeldet ist, muss voraussichtlich schon bald mit einem Strafverfahren rechnen.