Die Nato-Staaten haben sich beim Gipfeltreffen in Ankara zu massiven neuen Hilfsleistungen für die Ukraine verpflichtet. Für das Jahr 2026 sagen die Bündnismitglieder Militärhilfe, Ausrüstung und Ausbildung im Umfang von 70 Milliarden Euro zu. Darüber hinaus verpflichten sie sich, mindestens ein vergleichbares Unterstützungsniveau auch 2027 aufrechtzuerhalten.
In ihrer am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Erklärung bekräftigten die Staats- und Regierungschefs zugleich ihre uneingeschränkte Beistandspflicht nach Artikel 5 des Nato-Vertrags. Das Bündnis kündigte neue Rüstungsbeschaffungen im Umfang von mehr als 50 Milliarden US-Dollar an sowie einen weiteren Ausbau der Verteidigungsindustrie.
Als zentrale sicherheitspolitische Herausforderung benannte die Nato die langfristige Bedrohung durch Russland sowie den anhaltenden Terrorismus. Die europäischen Bündnispartner und Kanada hätten bereits 2025 ihre Investitionen in die Kernverteidigung um mehr als 139 Milliarden US-Dollar erhöht.
Das Bündnis plant eine deutliche Stärkung seiner gemeinsamen Verteidigungsfähigkeit. Dazu gehören Investitionen in Präzisionswaffen, integrierte Luft- und Raketenabwehr, unbemannte Systeme, Cyber- und Weltraumfähigkeiten sowie eine interoperable transatlantische militärische Cloud. Die Produktionskapazitäten für Rüstungsgüter sollen erweitert, Handelshemmnisse innerhalb des Bündnisses abgebaut und Innovationen – insbesondere im Bereich Künstliche Intelligenz – beschleunigt werden.
Die Nato begrüßt die Entscheidung der Europäischen Union, die Ukraine über ein mehrjähriges Finanzierungsinstrument langfristig zu unterstützen. Im Fokus steht zudem der Aufbau einer modernisierten Nato mit stärkerer Verantwortung der europäischen Mitgliedstaaten und Kanadas.
Mit Blick auf den Nahen Osten bekräftigte das Bündnis seine Forderung, dass der Iran keine Atomwaffen entwickeln darf. Gleichzeitig ruft die Nato Teheran dazu auf, die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus uneingeschränkt zu gewährleisten.
Autor: dts Nachrichtenagentur