
Unwetter-Warnung für Freitag: Was der DWD wirklich sagt — und wo Schlagzeilen übertreiben
Berlin, 28. Mai 2026. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Donnerstagabend gegen 19:18 Uhr eine offizielle Vorabinformation für schwere Gewitter am heutigen Freitag herausgegeben. Ab dem Nachmittag drohen in weiten Teilen Deutschlands kräftige Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen. Mehrere Online-Medien berichten allerdings mit dramatischen
Zahlen, die nichts mit den Fakten des Wetterdienstes zu tun haben – wie oft.
Was der DWS als Gewitter erwartet
Nach Angaben des DWD ziehen am Freitag (also heute) ab dem Nachmittag von Nordwesten her vermehrt kräftige Gewitter auf, die sich am Abend voraussichtlich zu einer durchziehenden Gewitterlinie organisieren. In den betroffenen Regionen muss demnach mit folgenden Wettererscheinungen gerechnet werden:
- Sturmböen bis 85 km/h (Windstärke 9)
- Starkregen bis 25 Liter pro Quadratmeter
- Hagel in lokal begrenzten Bereichen Regional besteht laut DWD eine erhöhte Unwettergefahr durch schwere Sturmböen oder orkanartige Böen zwischen 90 und
110 km/h (Windstärke 10 bis 11), heftigen Starkregen um 30 Liter pro Quadratmeter sowie lokalen Hagel mit Korndurchmessern zwischen 2 und 4 Zentimetern. - Die Vorabinformation gilt zunächst bis Samstagfrüh um Mitternacht. Vorabinformation ist nicht „höchste Warnstufe“ Wichtig zur Einordnung: Eine Vorabinformation des DWD ist kein amtlicher Warnerlass, sondern ein frühzeitiger Hinweis auf eine Wetterlage mit hohem Unwetterpotenzial. Sie soll Bevölkerung und Einsatzkräften ermöglichen, sich rechtzeitigvorzubereiten. Die Einstufung erfolgt in der Kategorie „schweres Gewitter“ — das entspricht der dritten von vier DWD-Warnstufen. Die höchste Stufe („extremes Unwetter“) wurde nicht ausgerufen.
- In Online-Medien kursieren am Donnerstagabend Schlagzeilen, die das Bild teils erheblich verschärfen. Drei Beispiele im Abgleich mit dem DWD-Originaltext:
- „Höchste Warnstufe“ — sachlich falsch. Der DWD hat eine Vorabinformation der Kategorie „schweres Gewitter“ herausgegeben, nicht die höchste Warnstufe „extremes Unwetter“.
- „Stationäre Gewitter“ — im DWD-Text nicht enthalten. Der DWD beschreibt ausdrücklich eine durchziehende Gewitterlinie. Stationäre Gewitterzellen wären deutlich gefährlicher, weil sie über einzelnen Orten verharren und dort lokale Sturzfluten auslösen können — genau diese Lage prognostiziert der DWD aber nicht.
- „Bis zu 60 Liter Regen“ wird behauptet — vom DWD nicht gedeckt. Die offizielle Vorabinformation nennt 25 Liter pro Quadratmeter als regulären, 30 Liter als regionalen Höchstwert. Der kolportierte Wert von 60 Litern liegt damit beim Doppelten der amtlichen Prognose. Korrekt zitierbar ist die Hagelgröße von bis zu 4 Zentimetern — wobei der DWD den Korridor 2 bis 4 cm angibt, viele Schlagzeilen nur den oberen Wert nennen.
- Der DWD selbst weist darauf hin, dass Gewitter mit den genannten Begleiterscheinungen typischerweise sehr lokal auftreten und mit voller Intensität meist nur wenige Orte treffen. Genauere Angaben zu Ort, Gebiet und Zeitpunkt seien erst mit der Ausgabe der amtlichen Warnungen am Freitag möglich. Der DWD empfiehlt, die Wettervorhersagen mit
besonderer Aufmerksamkeit zu verfolgen. Konkrete Handlungsempfehlungen bietet der Wetterdienst unter Wetter und Klima – Deutscher Wetterdienst – Warnungen aktuell – Vorabinformation - Fazit: Ein ziemlich normales Gewitter „droht“, in einzelnen Regionen kann es heftiger ausfallen.