Phosphorklumpen entzündet sich auf Badesteg in Heikendorf selbst – Kampfmittelräumdienst im Einsatz

(Symbolbild)

Ein tennisballgroßer Phosphorklumpen hat sich am Sonntagnachmittag auf einem Steg der Seebadeanstalt Heikendorf selbst entzündet und musste durch den Kampfmittelräumdienst des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein beseitigt werden. Vermutlich hatte eine Möwe den gefährlichen Klumpen aus dem Wasser gefischt und auf den Steg fallen lassen – so wie es Möwen zum Beispiel auch mit Muscheln tun, um die Schale zu öffnen.

Der Kampfmittelräumdienst wurde gegen 16.45 Uhr alarmiert, nachdem sich der Phosphor auf dem Steg selbst entzündet hatte. Um das Feuer zu löschen, wurde der Klumpen bis zum Eintreffen der Experten wieder ins Wasser geworfen und später herausgeholt. Anschließend transportierten die Fachleute ihn fachgerecht ab. Aufgrund des schnellen und umsichtigen Handelns der Beteiligten wurde niemand verletzt.

Der Kampfmittelräumdienst warnt Einheimische sowie Touristen an den Nord- und Ostseeküsten vor den Gefahren durch angeschwemmten weißen Phosphor. Bei den Funden handelt es sich meist um Überreste von Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg. Liegen diese lange im Meer, können sie durch die Strömung freigespült und wie Bernstein an die Strände getrieben werden.

Da der gefährliche Stoff im nassen Zustand tatsächlich wie Bernstein aussehen kann, kommt es immer wieder zu gefährlichen Verwechslungen. Das Tückische an weißem Phosphor ist seine chemische Eigenschaft: Solange er nass ist, passiert nichts. Sobald der Stoff jedoch trocknet – etwa in der Hosentasche – entzündet er sich bei Kontakt mit Sauerstoff und bei einer Temperatur zwischen 20 bis 40 Grad Celsius von selbst. Der brennende Phosphor lässt sich kaum löschen und verursacht tiefe, schwer heilende Verbrennungen auf der Haut. Auch die entstehenden Dämpfe sind hochgradig giftig.

Um schwere Unfälle zu vermeiden, bittet der Kampfmittelräumdienst um die Beachtung folgender Sicherheitsmaßnahmen: Sammeln Sie vermeintliche Bernsteine niemals direkt in der Hosen- oder Jackentasche. Nutzen Sie stattdessen immer ein feuchtes Gefäß wie ein leeres Marmeladenglas oder eine Blechdose mit Wasser oder einen Beutel, den man notfalls auch fallen lassen kann.

Sieht ein Fundstück untypisch aus, verfärbt es sich beim Trocknen dunkel oder beginnt es gar zu rauchen, fassen Sie es auf keinen Fall an. Lassen Sie den Fundort nicht aus den Augen, halten Sie Abstand und warnen Sie andere Strandgäste. Melden Sie den Fund unverzüglich über die Notrufnummer 110 oder 112. Der Kampfmittelräumdienst wird daraufhin zur fachgerechten Entsorgung angefordert.

Brennender Phosphor kann nur mit Sand oder besonderen Feuerlöschern gelöscht werden. Besser ist es, Abstand zu halten, die Menge kontrolliert abbrennen zu lassen und dann zu lüften. Nach jedem Kontakt mit weißem Phosphor sollte ein Arzt aufgesucht werden, da die Wirkung der Vergiftung oft erst Tage nach dem Ereignis auftritt.

» Weitere Polizeimeldungen aus Schleswig-Holstein