Polizei Verden/Osterholz kooperiert mit Gedenkstätte Liebenau

Kooperationsvereinbarung zwischen der Polizeiinspektion Verden/Osterholz und dem Verein Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau e. V.

Die Polizeiinspektion Verden/Osterholz und der Verein Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau e.V. haben am 26. Mai 2026 eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Die Zusammenarbeit soll die demokratische Resilienz stärken, die aktive Erinnerungskultur fördern und die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte dauerhaft im polizeilichen Alltag verankern.

Antje Schlichtmann als Leiterin der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, Martin Guse als Geschäftsführer und Walter Eisner als 1. Vorsitzender des Vereins unterzeichneten die Vereinbarung in der Gedenk- und Bildungsstätte Liebenau. Mitglieder des DemokratieWerk der Polizeiinspektion Verden/Osterholz waren bei der Unterzeichnung anwesend.

Die Gedenk- und Bildungsstätte Liebenau beschäftigt sich mit der Geschichte der Pulverfabrik Liebenau, die 1938 als Teil des nationalsozialistischen Aufrüstungsprogramms errichtet wurde. In der Ausstellung „Zwangsarbeit für den Krieg. Die Pulverfabrik Liebenau 1939 bis 1945“ wird die Geschichte des Werkes dargestellt sowie das Schicksal der Menschen, die dort unter Zwang arbeiten mussten. Tausende Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus West- und Osteuropa waren in der Pulverfabrik unter dem Tarnnamen „Anlage Karl“ eingesetzt.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Betroffenen sowie auf der Erinnerung an die vielen Opfer. Ergänzend wird die spätere Nachnutzung des Werksgeländes vermittelt. In Liebenau wurde einst ein Arbeitserziehungslager durch die Geheime Staatspolizei errichtet.

„Die Zusammenarbeit mit der Gedenk- und Bildungsstätte Liebenau ist für uns ein wichtiger Baustein, um unsere Haltung als Polizei weiter zu stärken. Wer sich mit der Geschichte vor Ort beschäftigt, blickt nicht nur in die Vergangenheit, sondern erhält auch einen noch klareren Blick für die Bedeutung demokratischer Werte“, erklärt Antje Schlichtmann, Leiterin der Polizeiinspektion Verden/Osterholz.

Sarah Humbach, Leiterin des Polizeikommissariats Osterholz sowie des DemokratieWerk der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, ergänzt: „Für uns als Polizei ist die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit deshalb mehr als Erinnerungsarbeit – sie stärkt das Bewusstsein für unsere Verantwortung gegenüber den Menschen, für die wir täglich im Einsatz sind.“

Gedenkstättenleiter Martin Guse sagte: „Die Zusammenarbeit mit verschiedenen Polizeidienststellen, und nun auch mit der Polizeiinspektion Verden/Osterholz, hat aus diesen Gründen eine sehr hohe Priorität in unserer Arbeit.“

Die Zusammenarbeit soll Besuche, Führungen, Seminare und weitere Formate ermöglichen, mit denen die Polizeiinspektion ihre Aus- und Fortbildung weiterentwickeln und die Sensibilisierung für diskriminierende, rassistische und antisemitische Haltungen weiterhin stärken möchte.

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