Die Polizeiinspektion Harburg warnt vor einer deutlichen Steigerung der Taschendiebstähle in den vergangenen Wochen. Mit Beginn der Vorweihnachtszeit rechnen die Ermittler mit einer anhaltenden Entwicklung. Die Täter nutzen oft nur wenige Sekunden der Unachtsamkeit, um unbemerkt an Geldbörsen, Bargeld oder Zahlungskarten zu gelangen.
Besonders gefährdet sind Geldbörsen in Handtaschen, die im Einkaufswagen liegen, in offenen Einkaufstaschen oder in leicht zugänglichen Jacken- und Außentaschen. Oft bemerken die Geschädigten den Diebstahl erst an der Kasse, wenn sie ihre Einkäufe bezahlen möchten. Taschendiebe arbeiten teilweise äußerst geschickt und nutzen das Gedränge in Geschäften gezielt aus. Nicht selten arbeiten mehrere Täter zusammen: Während eine Person die Aufmerksamkeit des Opfers auf sich zieht, entwendet eine andere die Geldbörse.
So schützen Sie Ihre Geldbörse
Die Polizei empfiehlt folgende Maßnahmen zum Schutz vor Taschendiebstahl:
Legen Sie Ihre Geldbörse niemals in den Einkaufswagen, den Einkaufskorb oder offen in eine Einkaufstasche. Das gilt auch, wenn Sie sich nur kurz einem Regal zuwenden. Selbst eine Handtasche am Griff des Einkaufswagens bietet keinen ausreichenden Schutz.
Bewahren Sie Ihre Geldbörse bevorzugt in einer verschlossenen Innentasche Ihrer Jacke oder in einer anderen schwer zugänglichen, körpernahen Tasche auf. Brustbeutel oder geeignete Sicherheitstaschen bieten zusätzlichen Schutz. Vermeiden Sie offen zugängliche Außentaschen und die Gesäßtaschen Ihrer Hose.
Wenn Sie eine Hand- oder Umhängetasche mitführen, halten Sie diese stets geschlossen und tragen Sie sie auf der Körpervorderseite. Achten Sie darauf, dass sich der Verschluss zu Ihrem Körper hin befindet. Rucksäcke auf dem Rücken bieten in unübersichtlichen Situationen häufig keinen ausreichenden Schutz.
Bleiben Sie auch beim Griff ins Warenregal aufmerksam. Ein kurzer Moment der Ablenkung genügt, damit Diebe zugreifen können. Behalten Sie deshalb Ihre persönlichen Gegenstände im Blick, wenn Ihre Aufmerksamkeit auf die Waren gerichtet ist.
Seien Sie aufmerksam, wenn fremde Personen Sie unvermittelt ansprechen, nach bestimmten Produkten fragen oder Ihnen auffällig nahekommen. Auch absichtliches Anrempeln oder das Erzeugen einer unübersichtlichen Situation können dazu dienen, einen Diebstahl vorzubereiten. Teilweise handeln die Täter arbeitsteilig. Bleiben Sie freundlich, aber aufmerksam, halten Sie Abstand und sichern Sie Ihre Wertsachen.
Beim Bezahlen sollten Sie besonders wachsam sein. Lassen Sie Ihre Geldbörse nicht offen auf dem Kassenband oder im Einkaufswagen liegen. Verstauen Sie Bargeld und Zahlungskarten nach dem Bezahlvorgang möglichst sofort wieder sicher. Achten Sie bei der PIN-Eingabe darauf, das Tastenfeld mit der freien Hand abzudecken.
Nehmen Sie zum Einkaufen möglichst nur so viel Bargeld und so viele Zahlungskarten mit, wie Sie tatsächlich benötigen. Verzichten Sie nach Möglichkeit darauf, größere Bargeldbeträge oder sämtliche wichtigen Dokumente gleichzeitig mitzuführen. Bewahren Sie Bargeld, Zahlungskarten und persönliche Ausweisdokumente möglichst getrennt voneinander auf.
Notieren Sie Ihre persönliche Geheimzahl niemals auf Ihrer Bankkarte oder auf einem Zettel, den Sie zusammen mit der Karte in Ihrer Geldbörse aufbewahren. Lernen Sie Ihre PIN möglichst auswendig.
Die Gefahr endet nicht an der Supermarktkasse. Achten Sie auch beim Einladen Ihrer Einkäufe in das Fahrzeug auf Ihre persönlichen Gegenstände. Legen Sie Handtaschen und Geldbörsen nicht unbeaufsichtigt auf dem Einkaufswagen, im offenen Kofferraum oder auf dem Fahrzeugsitz ab. Lassen Sie sich auch auf dem Parkplatz nicht unnötig ablenken.
Was tun, wenn die Geldbörse gestohlen wurde?
Sollten Sie Opfer eines Diebstahls geworden sein, empfiehlt die Polizei, unverzüglich zu handeln. Informieren Sie die Polizei und erstatten Sie Strafanzeige. Teilen Sie möglichst genau mit, wann und wo Sie Ihre Geldbörse zuletzt gesehen haben und ob Ihnen verdächtige Personen oder ungewöhnliche Situationen aufgefallen sind.
Lassen Sie gestohlene Bank- und Kreditkarten umgehend sperren. Nutzen Sie hierzu gegebenenfalls den zentralen Sperr-Notruf 116 116. Beachten Sie, dass nicht alle Karten über diesen Dienst gesperrt werden können. Wenden Sie sich erforderlichenfalls direkt an Ihr Kreditinstitut.
Fragen Sie bei der Polizei nach der sogenannten KUNO-Sperrung. Diese kann bei entsprechenden Zahlungskarten zusätzlich dazu beitragen, einen Missbrauch im elektronischen Lastschriftverfahren mit Unterschrift zu verhindern.
Melden Sie den Verlust wichtiger Dokumente. Wurden beispielsweise Personalausweis, Führerschein oder andere persönliche Dokumente entwendet, sollten Sie die zuständigen Stellen informieren und die erforderlichen weiteren Schritte veranlassen.
Kontrollieren Sie Ihre Kontobewegungen. Achten Sie auf unberechtigte Abbuchungen und verständigen Sie bei Auffälligkeiten unverzüglich Ihre Bank.
Bringen Sie sich nicht selbst in Gefahr. Sollten Sie einen Diebstahl unmittelbar beobachten, sprechen Sie nach Möglichkeit Mitarbeitende des Geschäfts an und verständigen Sie die Polizei. Versuchen Sie nicht, mutmaßliche Täter eigenständig festzuhalten oder zu verfolgen.
Bei einer akuten Gefahr oder wenn sofortiges polizeiliches Einschreiten erforderlich ist, wählen Sie den Notruf 110.
Weitere Informationen zum Schutz vor Taschendiebstahl gibt es beim Beauftragten für Kriminalprävention der Polizeiinspektion Harburg, Kriminalhauptkommissar Carsten Bünger, Telefon 04181 285-108, E-Mail praevention@pi-harburg.polizei.niedersachsen.de oder unter www.polizei-beratung.de
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz ausschließlich aus offiziellen Angaben der Polizei oder Justizbehörden erstellt und redaktionell geprüft.
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