Polizei zerschlägt Betrugsnetzwerk: 50 gefälschte Hilfsseiten abgeschaltet

(Symbolbild)

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg hat ein breit angelegtes Betrugsnetzwerk entlarvt, das speziell Opfer von Onlinebetrug ein zweites Mal abzocken wollte. Ermittler der Staatsanwaltschaft Freiburg und der Kriminalpolizei Freiburg identifizierten rund 50 betrügerische Internetseiten, die nun abgeschaltet wurden.

Die Betrüger gaben sich als „Betrugsexperten“, „Online-Betrugshilfe“ oder Rechtsanwälte für „Betrugsfälle“ aus. Mit professionell gestalteten Webseiten – viele davon mit vertrauenswürdig wirkenden .de-Domains – zielten sie auf verzweifelte Menschen ab, die bereits Geld durch Onlinebetrug verloren hatten. Das Versprechen war immer dasselbe: Wir holen Ihr Geld zurück. Die Forderung ebenso: Eine hohe Anzahlung im Voraus. Zu einer tatsächlichen Rückzahlung kam es nie. Diese Betrugsmasche ist international unter dem Begriff „Recovery Scam“ bekannt.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Anzeige einer Geschädigten aus dem Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald. In enger Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg gelang es den Behörden, das gesamte Netzwerk aufzudecken. Die betrügerischen Webseiten wurden bei einem ausländischen Anbieter abgeschaltet. Zusätzlich deaktivierten die Ermittler zahlreiche deutsche Festnetzrufnummern, über die die Täter ihre vermeintlichen Dienstleistungen angeboten hatten.

Das Landeskriminalamt warnt eindringlich davor, auf solche „Betrugshilfe“-Angebote hereinzufallen. „Wer bereits Opfer eines Onlinebetrugs geworden ist, hofft oft auf schnelle Hilfe. Genau diese Hoffnung machen sich Kriminelle zunutze“, heißt es in der Mitteilung.

Um sich zu schützen, empfiehlt die Polizei: Seien Sie misstrauisch, wenn jemand Sie unaufgefordert kontaktiert. Zahlen Sie niemals Geld, um angeblich verlorenes Geld zurückzubekommen. Geben Sie keine persönlichen Daten heraus und brechen Sie den Kontakt ab, sobald Druck entsteht. Sichern Sie Beweise durch Screenshots, informieren Sie sofort Ihre Bank und erstatten Sie Anzeige.

Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg bittet mögliche weitere Geschädigte, sich bei ihrer örtlich zuständigen Polizeidienststelle zu melden und Strafanzeige zu erstatten. Weitere Informationen zum Schutz vor Onlinebetrug sind auf www.polizei-beratung.de verfügbar.

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