Bei einer Verfolgungsjagd in Berlin-Pankow ist ein Polizist von einem flüchtenden Auto angefahren und verletzt worden. Dabei löste sich ein Schuss aus der Dienstwaffe des Beamten. Der 35-jährige Beifahrer des Mercedes wurde festgenommen, der Fahrer konnte entkommen.
Die Verfolgung begann gegen Mitternacht, als zwei Fahnder des Polizeiabschnitts 21 einen Mercedes auf der Gartenfelder Straße in Haselhorst entdeckten. Sie beobachteten das Fahrzeug wegen des Verdachts des Diebstahls von Fahrzeugteilen über die Holzhauser Straße in Reinickendorf bis nach Pankow. Während der Beobachtung stellte sich heraus, dass die am Mercedes angebrachten Kennzeichen als gestohlen gemeldet worden waren.
Ein nachgerufener Funkstreifenwagen forderte den Fahrer auf der Schönhauser Straße zum Anhalten auf. Der Mann hielt zunächst an, beschleunigte jedoch wieder, nachdem die Polizisten ausgestiegen waren. Die Fahnder verfolgten das flüchtende Fahrzeug mit eingeschaltetem Blaulicht bis zur Kreuzung Buchholzer Straße/Herthaplatz/Waldemarstraße.
Dort sperrte eine aufmerksame 47-jährige Zeugin mit ihrem Auto den Fluchtweg und zwang den Mercedes zum Anhalten. Der 35-jährige Beifahrer stieg aus und versuchte zu Fuß zu flüchten. Ein Fahnder nahm ihn unter Einsatz seines Reizstoffsprühgerätes fest.
Gleichzeitig trat der andere Beamte mit gezogener Dienstwaffe zur Eigensicherung an die Fahrertür, gab sich als Polizist zu erkennen und versuchte die Tür zu öffnen. Der Fahrer beschleunigte erneut und fuhr aus der Kontrolle heraus. Dabei traf er mit dem Fahrzeugheck den Polizisten, wobei sich ein Schuss aus der Dienstwaffe löste.
Der Mercedes-Fahrer rammte das Auto der Zeugin sowie ein weiteres geparktes Fahrzeug und entfernte sich mit hoher Geschwindigkeit. Der verletzte Beamte wurde in einem Krankenhaus ambulant behandelt. Am Ort der Schussabgabe führte die Polizei umfangreiche Spurensicherungsmaßnahmen durch.
Die Ermittlungen wegen des Verdachts des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr, illegalen Kraftfahrzeugrennens, Diebstahls, Urkundenfälschung und Verkehrsunfallflucht dauern an.