Der Rhein-Kreis Neuss hat Stellung zur geplanten Erhöhung der Landschaftsumlage für 2027 genommen. Danach würde ein Umlagesatz von 18,75 Prozent für den Kreis eine Gesamtumlage von rund 194,50 Millionen Euro bedeuten – eine Mehrbelastung von etwa 27,54 Millionen Euro gegenüber 2026.
Die Landrätin Sabine Wrede warnt vor erheblichen zusätzlichen Herausforderungen für den Kreishaushalt. Sie verweist auf bereits bestehende Belastungen durch steigende Sozialausgaben, neue gesetzliche Aufgaben sowie Personal- und Sachkosten. Die kommunale Selbstverwaltung werde durch immer enger werdende finanzielle Handlungsspielräume gefährdet.
Wrede fordert den Landschaftsverband auf, in mehreren Bereichen konkrete Auskünfte zu geben: Welche zusätzlichen Einspar- und Konsolidierungspotenziale können noch identifiziert werden? Welche Ergebnisse ergeben sich aus bereits laufenden Überprüfungen von Aufgaben und Strukturen? In welchem Umfang wurden freiwillige Leistungen überprüft? Welche organisatorischen und finanziellen Alternativen werden geprüft?
Die Landrätin betont: Die Möglichkeit, Ausgaben über die Umlage zu refinanzieren, darf kein Ersatz für konsequente Haushaltsdisziplin sein. Sie erwartet konkrete, überprüfbare Schritte zur Begrenzung des Kostenanstiegs und eine transparente Beteiligung der Mitgliedskörperschaften an den finanzpolitischen Entscheidungen des Landschaftsverbandes.
Maike Hiller, Politikredaktion NRW