Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan haben sich zu einem Militärbündnis zusammengeschlossen, das gegenseitige Sicherheitsgarantien vorsieht. Das sogenannte Gemeinsame Verteidigungsabkommen von Mekka wurde am Freitag von den Staats- und Regierungschefs der drei Länder unterzeichnet: Saudi-Kronprinz Mohammed bin Salman, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif besiegelten den Vertrag bei einem Treffen in der saudischen Stadt.
Das Abkommen basiert auf einer klaren Sicherheitsgarantie: Ein Angriff auf einen der drei Vertragsstaaten gilt künftig als Angriff auf alle drei. Das pakistanische Außenministerium betonte bei der Vorstellung des Pakts, dass die drei sunnitischen Staaten sich gegenseitige Unterstützung zusichern. Allerdings bleibt offen, welche konkreten Verpflichtungen die einzelnen Länder tatsächlich übernehmen. Ein türkischer Regierungsvertreter versicherte, der Pakt habe rein defensiven Charakter.
Hintergrund des neuen Bündnisses sind die wachsenden Spannungen im Nahen Osten. Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hat Saudi-Arabien unmittelbar in die Auseinandersetzungen hineingezogen und den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus sowie das Rote Meer erheblich beeinträchtigt. Seit dem US-israelischen Angriff auf den Iran Ende Februar haben Teheran und seine Verbündeten Ziele in Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten attackiert und Lieferungen blockiert.
Im Jemen verschärft sich die Lage zusätzlich: Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen, die den Norden des Landes kontrollieren, liefern sich weiterhin Gefechte mit Regierungstruppen, die von einer saudisch geführten Koalition unterstützt werden. Im vergangenen Monat hatten die Huthi eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien verhängt und saudische Flughäfen, Ölanlagen sowie Tanker im Roten Meer ins Visier genommen. Saudi-Arabien reagierte mit Luftangriffen auf Huthi-Stellungen und dem Aufbau einer neuen Marinekoalition zum Schutz der Schifffahrt im Roten Meer und im Golf von Aden.
Bereits im Vorjahr hatten Saudi-Arabien und Pakistan ein gemeinsames Verteidigungsabkommen geschlossen. Das neue trilaterale Bündnis erweitert diese Zusammenarbeit deutlich. Die drei Staaten zeigen sich besorgt über den unvermindert andauernden Konflikt zwischen Israel und dem Iran, während ihr gemeinsamer Verbündeter USA zunehmend Schwierigkeiten hat, die regionalen Auswirkungen der Krise einzudämmen.
Jedes der drei Länder bringt unterschiedliche Stärken in das Bündnis ein: Saudi-Arabien stellt seine Finanzkraft und seine Position als einer der größten Waffenimporteure zur Verfügung. Die Türkei trägt als zweitgrößte Armee der Nato ihre fortschrittliche Rüstungsindustrie bei. Pakistan verfügt als einziger der drei Staaten über Atomwaffen und bringt damit das nukleares Potenzial in die Allianz ein.
Autor: dts Nachrichtenagentur