Top-Story der Woche
Bundesregierung beschließt Tankrabatt nach Rekord-Spritpreisen
Zeit für eine erste Bilanz der Woche: Die Bundesregierung hat am Freitag ein Maßnahmenpaket gegen die explodierenden Spritpreise verabschiedet. Bund und Länder einigten sich auf eine Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um 14 Cent pro Liter. Inklusive Umsatzsteuer ergibt sich eine Gesamtentlastung von 17 Cent pro Liter für Autofahrer. Die Maßnahme kostet insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro. Die Länder beteiligen sich mit 1,25 Milliarden Euro an den Kosten, der Bund trägt die andere Hälfte. Die Regelung gilt bis Ende 2026.
Hintergrund ist der kontinuierliche Anstieg der Kraftstoffpreise in dieser Woche. Super E10 erreichte am Dienstag mit 2,300 Euro pro Liter ein neues Allzeithoch, Diesel kostete am Mittwoch mit 2,453 Euro pro Liter so viel wie noch nie zuvor. Hauptgrund für die Preisspirale ist die Eskalation im Nahen Osten. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte bereits am Dienstag Entlastungen in Aussicht gestellt. Die SPD-Bundestagsfraktion forderte die Mineralölkonzerne in einem Ultimatum auf, innerhalb von 14 Tagen einen Spritpreisdeckel einzuführen.
Bundespolitik
Bundeskanzler Friedrich Merz kann sich der Unterstützung der Unionsfraktion und der CDU-Ministerpräsidenten sicher sein. Unionsfraktionschef Thorsten Frei bestätigte, dass die Fraktion unumstößlich hinter dem Kanzler stehe. Auch die acht amtierenden CDU-Regierungschefs der Bundesländer stellten sich in einer gemeinsamen Erklärung am Mittwoch hinter Merz. Regierungssprecher Stefan Kornelius kritisierte zugleich Umfrageinstitute wegen sinkender Merz-Werte und stellte in Frage, wie manche Umfragen zustande kämen. Forsa-Gründer Manfred Güllner räumte ein, dass es in der Branche problematische Akteure gebe.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt und Bundesjustizministerin Stefanie Hubig stellten am Mittwoch einen Zehn-Punkte-Plan zur Bekämpfung des islamistischen Terrorismus vor. Im Zentrum steht eine intensivere Überwachung von Personen, die als Gefährder eingestuft werden. Außenminister Johann Wadephul reiste am Montag als erster deutscher Außenminister seit sieben Jahren nach Ungarn und hofft auf ein neues Kapitel in den Beziehungen.
Wirtschaft
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft bleibt verhalten. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland stiegen im September leicht auf 34,7 Zähler, ein Plus von 0,5 Punkten gegenüber dem Vormonat. Der Index zur aktuellen Lage sprang von 41,5 auf 51,2 Punkte nach oben. Das Ifo-Geschäftsklima im Einzelhandel verharrt bei minus 29,0 Punkten und bleibt damit praktisch unverändert gegenüber dem Juli. Nach der positiven Entwicklung seit Mai ist die Erholung zum Stillstand gekommen.
Die Erzeugerpreise stiegen im August um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Monatsvergleich zu Juli legten die Preise um 1,1 Prozent zu. Haupttreiber waren gestiegene Energiepreise, die um 8,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahres lagen. Der Auftragsbestand der deutschen Industrie erreichte im Juli einen Rekordwert. Gegenüber dem Vormonat stieg der reale Bestand um 1,5 Prozent, im Vergleich zum Juli 2025 um 10,9 Prozent. Der Anstieg wird maßgeblich vom Luft- und Raumfahrzeugbau getrieben.
Die Ausbildungszahlen in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind deutlich gestiegen. Im Jahr 2025 begannen knapp 14.400 Menschen eine Lehre in diesen Berufen, ein Anstieg von 30,5 Prozent gegenüber 2015. Die Hafenarbeiter in den deutschen Seehäfen wiesen das Tarifangebot der Arbeitgeber mit 64,7 Prozent der Stimmen zurück. Volkswagen plant nach einer Gewinnwarnung einen zusätzlichen massiven Stellenabbau bei Porsche. Rund 4.100 Stellen sollen zusätzlich zu bereits vereinbarten Sparmaßnahmen abgebaut werden.
Sicherheit und Bundeswehr
Das Verteidigungsministerium bestätigte, dass beim Aufbau der Litauen-Brigade der Bundeswehr künftig auch Soldaten zwangsweise an die Nato-Ostflanke versetzt werden sollen. Neben der Freiwilligenwerbung sollen in wenigen Bereichen ab sofort auch verpflichtende Maßnahmen zum Einsatz kommen. Die Bundesanwaltschaft nahm am Donnerstag einen irakischen Staatsangehörigen in Brandenburg fest, der einen Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben soll. Der Mann wird der versuchten Gründung einer terroristischen Vereinigung verdächtigt.
Der Nationale Sicherheitsrat befasste sich am Montag erneut mit dem Drohnenvorfall in Leipzig vom 4. August. Nach Einschätzung des Gremiums bleibt Deutschland weiterhin Ziel hybrider Angriffe Russlands. Die Bundesanwaltschaft erhob Anklage gegen eine deutsch-ukrainische Unternehmerin, die Informationen an einen russischen Geheimdienstmitarbeiter weitergegeben haben soll.
USA und Trump-Administration
Die US-Notenbank Federal Reserve erhöhte am Mittwoch ihren Leitzins um 25 Basispunkte. Der Leitzins bewegt sich damit nun in einer Spanne zwischen 3,75 und 4,00 Prozent. Es ist die erste Leitzinserhöhung der Fed seit 2023. Der Beschluss fiel mit 7 zu 5 Stimmen knapper aus als die vorherige Entscheidung. Bundeskanzler Friedrich Merz telefonierte am Donnerstag mit US-Präsident Donald Trump über den Ukrainekrieg und kritische Seewege. Merz würdigte die Verabschiedung des Sanktionsgesetzes gegen Russland im US-Repräsentantenhaus.
Das US-Repräsentantenhaus verabschiedete am Donnerstag ein weitreichendes Sanktionsgesetz gegen Russland. Mit 262 zu 159 Stimmen votierten die Abgeordneten für die Maßnahmen. Das Gesetz räumt dem US-Präsidenten neue Befugnisse ein: Er darf künftig Zölle von bis zu 100 Prozent auf die fünf größten Abnehmer von russischem Öl oder Erdgas verhängen. Trump sperrte am Freitag mehreren Nachrichtensendern und Nachrichtenportalen den Zutritt zum Weißen Haus. Grund seien nach Trumps Aussage ständige Fake News.
Ukraine und Russland
Die Ukraine forderte ihre internationalen Partner auf, ein Abkommen mit Russland zu sichern, das die Zerstörung kritischer Infrastruktur beenden soll. Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte allerdings Zweifel daran, dass Russland ein solches Abkommen einhalten würde. Besonders gefährdet seien Lebensmittel, Energie und andere lebenswichtige Güter, da russische Angriffe hauptsächlich gegen diese gerichtet seien.
Die Bundesregierung bezweifelt die Fairness der am Freitag in Russland beginnenden Parlamentswahl. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes erklärte, man müsse sich auf Ergebnisse eines inszenierten Wahlrituals einstellen. Das deutsche Außenministerium beobachtet die Abstimmung und will sich in der kommenden Woche dazu äußern. Knapp 6.000 wehrfähige Ukrainer sind in den vergangenen drei Monaten nach Deutschland gekommen, obwohl die Europäische Union solche Einreisen nur noch mit ausdrücklicher Genehmigung der ukrainischen Behörden zulässt.
Weitere internationale Ereignisse
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte an, mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney daran zu arbeiten, dass Kanada das erste assoziierte Mitglied der Europäischen Union wird. Carney stellte sich am Donnerstag im EU-Parlament hinter die geplante Allianz und erklärte, eine überwältigende Mehrheit der Kanadier befürworte deutlich engere Beziehungen zu Europa. Die USA, Dänemark und Grönland einigten sich auf ein Sicherheitsabkommen, das den Vereinigten Staaten dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit Grönlands sichert.
Von der Leyen sprach sich für ein striktes Social-Media-Verbot für Kinder unter 13 Jahren aus und kündigte den KIDS ACT an. Die Kommission legte den Rechtstext am Donnerstag vor. Das geplante Gipfeltreffen zur Straße von Hormus in Maskat wurde verschoben. Der omanische Außenminister Badr bin Hamad al-Busaidi begründete dies mit dem Interesse des Konsenses. Bei einem Schusswaffenangriff an einer Schule in der philippinischen Provinz South Cotabato kamen am Freitag mindestens sechs Schüler ums Leben. Der jugendliche Angreifer nahm sich selbst das Leben.
Polizeimeldungen der Woche
Die Woche verzeichnete eine Reihe von Messerangriffen: In Freiburg wurde ein 74-Jähriger bei einem Messerangriff getötet, der Verdächtige befindet sich in Haft. In Hamburg-Ottensen wurden zwei Jugendliche durch Schüsse und Messerstiche verletzt. In Wuppertal-Elberfeld verletzte ein 26-Jähriger einen 33-Jährigen mit einer Schere. In Pforzheim und Bonn-Kessenich kam es ebenfalls zu Messerangriffen, in Bonn verstarb ein Tatverdächtiger. Am Bahnhof Prien fahndete die Polizei nach einem Messerangriff nach einem Unbekannten.
Bei Gewalt gegen Frauen registrierte die Polizei mehrere Vorfälle: In Ratzeburg wurde eine Frau in einem Supermarkt getötet, der Tatverdächtige wurde in einer Psychiatrie untergebracht. In Stuttgart wurde eine Frau in der S-Bahn sexuell belästigt, ein Helfer geschlagen. In Wolfsburg erlag eine Frau nach einem Sturz aus dem fünften Stock ihren Verletzungen. In Moers rissen zwei Männer einer Frau die Handtasche weg. Im Görlitzer Park setzte die Polizei eine Elektroschockpistole gegen eine Frau mit Axt ein.
Timmy der Wal
Timmy der Wal ist weiterhin vor der niedersächsischen Nordseeküste gestrandet. Der Wal befindet sich seit Mitte April 2026 am gleichen Ort. Die Rettungsversuche laufen, sein Zustand wird täglich beobachtet.
Kultur und Sport
Alexander Zverev hat das Finale der US Open gewonnen und damit seinen zweiten Grand-Slam-Titel geholt. Der Hamburger setzte sich in vier Sätzen mit 6:3, 7:6, 5:7 und 6:2 gegen den US-Amerikaner Ben Shelton durch. Im ersten Satz zeigte sich Zverev souverän und holte direkt ein Break gegen den nervös wirkenden US-Spieler. Das ZDF stellt Jan Böhmermanns Format Magazin Royale zum Jahresende ein. Nach mehr als sechs Jahren und 187 Ausgaben endet die bisherige Form der Sendung. Böhmermann und das ZDF befinden sich in Gesprächen über ein neues Show-Konzept.
In der 2. Bundesliga setzten sich am Samstag die Topteams durch. Der 1. FC Kaiserslautern besiegte Eintracht Braunschweig mit 1:0, der 1. FC Nürnberg schlug den Karlsruher SC ebenfalls mit 1:0. Nur Holstein Kiel und der VfL Osnabrück trennten sich mit einem 1:1-Unentschieden. Hannover 96 trennte sich am Montag von Cheftrainer Christian Titz und Co-Trainer André Kilian. Beide waren erst im Sommer 2025 vom 1. FC Magdeburg gewechselt.
Weitere Stories der Woche
Bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen blieb die CDU mit 27,2 Prozent stärkste Kraft, musste aber deutliche Verluste hinnehmen. Größter Gewinner war die AfD, die um 4,5 Prozentpunkte zulegte. Vor den Landtagswahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zeigen aktuelle Umfragen ein enges Rennen. In Berlin führt die Linke mit 22 Prozent knapp vor der CDU mit 20 Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern überholt die SPD mit 37 Prozent die AfD mit 36 Prozent. In Frankfurt am Main starb eine weitere Person an Malaria. Es handelt sich um den siebten Fall im Flughafenumfeld. Die CDU Mecklenburg-Vorpommern verlegte ihre Wahlparty am Sonntag wegen Mediendrucks kurzfristig.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.