Bei einem Schockanruf-Betrug in Starnberg haben Kriminelle einer 86-jährigen Seniorin Münzen und Schmuck im Wert von 10.000 Euro geraubt. Zwei polnische Staatsangehörige im Alter von 43 und 24 Jahren konnten am Grenzübergang Griesen festgenommen werden und sitzen inzwischen in Untersuchungshaft.
Am Montag erhielt die Starnberger Rentnerin einen Anruf von einem angeblichen Mitarbeiter eines Universitätsklinikums. Der Betrüger behauptete, ihre Nichte sei an Krebs erkrankt und benötige zur Heilung ein teures Medikament. Dafür sei eine hohe Geldsumme erforderlich. Um die Geschichte glaubwürdiger zu machen, sprach die 86-Jährige auch mit einer männlichen Person, die sich als Ehemann der Nichte ausgab.
Die Seniorin ging zunächst auf die Forderung ein und packte Münzen und Schmuckstücke in einen Rucksack. Als kurze Zeit später ein angeblicher Klinikumsmitarbeiter vor ihrem Anwesen erschien, um die Wertgegenstände abzuholen, war sie jedoch misstrauisch geworden und wollte den Rucksack nicht übergeben. Der unbekannte Täter riss ihr daraufhin den Rucksack aus den Händen und flüchtete zu Fuß.
Am Dienstag kurz nach Mitternacht führten Beamte der Bundespolizei am Grenzübergang Griesen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine allgemeine Verkehrskontrolle durch. Dabei entdeckten sie eine Tüte mit den gestohlenen Wertgegenständen. Zudem führte einer der Männer viele verschiedene illegale Drogen mit sich.
Die beiden polnischen Staatsangehörigen wurden auf Antrag der Staatsanwaltschaft München II einem Haftrichter am Amtsgericht München II vorgeführt und anschließend in Justizvollzugsanstalten gebracht. Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck ermittelt unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II weiter in dem Fall.