Baden-Württemberg erlebt eine dramatische Verschärfung der Dürresituation: Der aktuelle UFZ Dürremonitor zeigt am 12. Mai 2026 eine besorgniserregende Entwicklung mit außergewöhnlicher Dürre im Südosten des Landes. Während der Norden noch moderate Bodenfeuchtewerte aufweist, herrscht besonders rund um den Bodensee und in Oberschwaben extreme Trockenheit.

Die Karte des UFZ Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung offenbart ein deutliches Nord-Süd-Gefälle: Während Nordbaden und der Kraichgau noch überwiegend gelbe bis orange Farbtöne zeigen – ein Zeichen für mäßige bis starke Trockenheit – dominieren im Südosten dunkelrote und schwarze Bereiche. Diese markieren außergewöhnliche Dürre mit extrem niedrigen Bodenfeuchtewerten. Besonders dramatisch ist die Lage in der Bodenseeregion, wo sich die schwerste Dürrekategorie über weite Flächen erstreckt. Auch das Allgäu und Teile Oberschwabens sind massiv betroffen. Lediglich ganz im Nordwesten, etwa um Mannheim und Heidelberg, finden sich noch vereinzelt gelbe Bereiche mit besserer Bodenfeuchte.
Die Wetterdaten der vergangenen Woche zeigen mit 13,8 Millimeter Niederschlag im Landesdurchschnitt zwar etwas Regen, doch diese Mengen reichen bei weitem nicht aus, um die angespannte Bodenfeuchtesituation zu entspannen. Bei milden Durchschnittstemperaturen von 12,2 Grad und Spitzenwerten bis 24,1 Grad verdunstet ein Großteil des Niederschlags schnell wieder. Auch die kommenden drei Tage bringen mit nur 5,3 Millimeter erwarteten Niederschlägen und kühleren Temperaturen bis maximal 11,9 Grad keine Entlastung – diese geringen Regenmengen können die tieferen Bodenschichten nicht erreichen und die Dürre nicht durchbrechen.
Für die Landwirtschaft in den betroffenen Gebieten wird die Situation zunehmend kritisch. Besonders Kulturen wie Mais und Getreide, die jetzt in der Wachstumsphase stehen, leiden unter dem Wassermangel. Landwirte im Bodenseeraum und in Oberschwaben müssen bereits über Bewässerungsmaßnahmen nachdenken. Auch die Forstwirtschaft ist alarmiert: Trockenstress macht Bäume anfällig für Schädlinge und erhöht die Waldbrandgefahr. Kommunen sollten ihre Wasserversorgung im Blick behalten, da bei anhaltender Trockenheit auch Grundwasserspiegel und Oberflächengewässer unter Druck geraten können.
Den aktuellen Wetterbericht für Baden-Württemberg finden Sie hier.