Die Kreispolizeibehörde Oberbergischer Kreis warnt vor einer gezielten Erpressungsmasche, bei der Betrüger Nutzer mit eigenen Nacktbildern unter Druck setzen. In den vergangenen Wochen wurden mindestens zwei junge Männer aus der Region Opfer dieser sogenannten Sextortion.
Ein 20-Jähriger aus Radevormwald flirtete auf einer Social-Media-Plattform mit einer ihm unbekannten Frau. Beide verschickten sich gegenseitig Nacktbilder. Dann änderte sich die Situation drastisch: Die Unbekannte drohte, die Bilder zu veröffentlichen, und forderte Geld für das Löschen der Aufnahmen. Der junge Mann zahlte – doch das war ein Fehler. Kurz darauf kam eine zweite Geldforderung. Erst dann erstattete er Anzeige bei der Polizei.
Ein ähnliches Schicksal traf einen 21-jährigen Gummersbacher. Er lernte eine Frau über eine Dating-App kennen und ließ sich auf einen Videoanruf ein, bei dem er sich auch nackt zeigte. Unbemerkt hatte die Frau den Anruf aufgezeichnet. Sie forderte einen vierstelligen Geldbetrag, sonst würde sie das Video an seine Social-Media-Kontakte weiterleiten. Dieser Mann handelte schneller: Er ignorierte die Forderung und erstattete sofort Anzeige.
Die Polizei des Oberbergischen Kreises gibt klare Verhaltenstipps: Verschicken Sie niemals Nacktaufnahmen und stimmen Sie Entblößungen in Chats nicht zu. Überprüfen Sie regelmäßig Ihre Account- und Privatsphäreneinstellungen. Seien Sie zurückhaltend mit persönlichen Daten wie Anschrift, Geburtsdatum oder dem Namen Ihres Arbeitgebers.
Falls Sie bereits erpresst werden: Überweisen Sie kein Geld. Die Forderungen hören nach einer Zahlung in der Regel nicht auf, sondern werden wiederholt. Wenden Sie sich stattdessen an Ihre lokale Polizeidienststelle und erstatten Sie Anzeige.