Ein fehlendes Rücklicht hat in Siegen zu einer Verkehrskontrolle geführt, bei der die Polizei ein manipuliertes Pedelec und eine größere Menge Drogen entdeckte. Der 46-jährige Fahrer wehrte sich heftig gegen die Polizisten und versuchte zu flüchten.
Kurz nach Mitternacht am Samstag (16. Mai, 01:00 Uhr) wurden Zivilbeamte in der Frankfurter Straße auf das Pedelec aufmerksam, da es kein Rücklicht hatte. Beim Hinterherfahren erreichte der zivile Streifenwagen 45 km/h, ohne dass der Radfahrer in die Pedale trat. Die Polizisten vermuteten daher, dass das Pedelec technisch manipuliert und damit nicht für den Straßenverkehr zugelassen war.
Im Bereich der Spandauer Straße hielten die Beamten den 46-Jährigen an. Ohne Nachfrage gab der Mann an, dass er am Vortag Amphetamin konsumiert habe. Entsprechende Ausfallerscheinungen waren erkennbar. Als die Polizisten ihn mit der Manipulation der Elektrik konfrontierten, riss der 46-Jährige einen Teil der Elektrik am Pedelec ab.
Anschließend rannte er plötzlich los und versuchte zu Fuß zu flüchten. Die Beamten holten ihn nach wenigen Metern ein. Als sie ihn festhalten wollten, wehrte er sich heftig. Schließlich musste der 46-Jährige gefesselt werden.
Auf der Siegener Polizeiwache entnahm ihm ein Arzt eine Blutprobe. Bei der Personendurchsuchung fanden die Beamten eine größere Menge Amphetamin bei ihm. Die Drogen, zwei Mobiltelefone sowie das manipulierte Pedelec stellten die Polizisten sicher. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft kam der 46-Jährige nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß.
Sowohl das Verkehrskommissariat als auch das Kriminalkommissariat haben die weitere Sachbearbeitung übernommen. Gegen ihn wird unter anderem wegen Widerstand sowie wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz, das Pflichtversicherungsgesetz, wegen Fahren ohne Fahrerlaubnis und wegen des Verdachts des Fahrens unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln ermittelt.
Die Polizei appelliert an Radfahrer: Die ordnungsgemäße Ausrüstung des Fahrrades ist wichtig – gerade auch in punkto Sichtbarkeit. Das Manipulieren von Pedelecs zur Erreichung von höheren Geschwindigkeiten birgt besondere Gefahren. Neben den rechtlichen Verstößen ist insbesondere das Unterschätzen der Fahrleistung durch andere Verkehrsteilnehmer ein hohes Risiko. Pedelecfahrende werden schon mit den üblichen Geschwindigkeiten falsch eingeschätzt – dies gilt erst recht bei manipulierten Pedelecs.