Die SPD will Feuerwehrleute für ihren Einsatz gegen Waldbrände mit einer eigenen Auszeichnung ehren. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese fordert eine Waldbrandmedaille, um den „herausragenden Einsatz für die Gesellschaft“ deutlicher anzuerkennen. „Feuerwehrleute riskierten Leib und Leben, um Existenzen und Menschenleben vor Feuersbrünsten zu retten und in Katastrophenlagen Hilfe zu leisten – häufig ehrenamtlich“, sagte Wiese der „Rheinischen Post“.
Während der Bund Einsatzkräfte bereits durch den Pakt für den Bevölkerungsschutz unterstütze, brauche es konkrete Würdigungen für die gefährlichen Einsätze bei schweren Waldbrandkatastrophen. Eine solche Medaille wäre „Dank und Auszeichnung für ihre selbstlose und harte Arbeit“.
Mehrere Bundesländer haben diesen Weg bereits erfolgreich beschritten: Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern verleihen bereits Waldbrandmedaillen. Die Sächsische Staatskanzlei ließ 2022 nach schweren Bränden im Freistaat rund 8.800 Medaillen prägen – die Nachfrage war so groß, dass sogar eine zweite Auflage notwendig wurde. Wiese sieht diese Länder als „gutes Vorbild für NRW, aber auch für den Bund“.
Der Vorschlag kommt zu einem Zeitpunkt, in dem Brände in Deutschland verstärkt Feuerwehrleute beanspruchen. Zuletzt hielten tagelange Feuer an mehreren Orten die Einsatzkräfte in Atem: im Hürtgenwald in der Eifel, im Westerwald und im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der deutschen Grenze.
Ein Grund für die verstärkte Waldbrandgefahr ist die globale Erderwärmung. Wetter mit hoher Brandgefahr – sogenanntes „Feuerwetter“ – hat auf allen Kontinenten zugenommen. In Südeuropa, dem Norden der eurasischen Landmasse, in den USA und Australien lässt sich der Anstieg von Brandwahrscheinlichkeit und verbrannten Flächen eindeutig auf die Erderhitzung zurückführen. Solange durch das Verbrennen von Kohle, Öl und Gas zusätzliche Treibhausgase in die Atmosphäre gelangen, schreitet die Erderhitzung voran.
Autor: dts Nachrichtenagentur