Über 600 Schüler erleben Demokratie hautnah im Alten Landtag

110 Stimmen_Workshop Demokratie zum Anfassen mit (von links) MdL Deniz Kurku, PP Andreas Sagehorn und PHK Konstantin Daubert

Mehr als 600 Oldenburger Schülerinnen und Schüler haben in den vergangenen zwei Wochen am Demokratie-Projekt „110 Stimmen für unsere Zukunft“ teilgenommen. Die Polizeidirektion Oldenburg hatte die Aktion vom 16. bis 25. Juni 2026 im Alten Landtag im Dobbenviertel ausgerichtet – anlässlich des 110-jährigen Bestehens des historischen Gebäudes.

Jugendliche im Alter von überwiegend 15 bis 17 Jahren aus sieben Oldenburger Schulen verbrachten jeweils einen ganzen Vormittag an insgesamt sechs Workshopstationen. Täglich kamen bis zu 110 Schülerinnen und Schüler zusammen. Im historischen Ambiente des Alten Landtags setzten sich die Jugendlichen praxisnah mit Fragen der Mitbestimmung, Verantwortung und gesellschaftlichen Teilhabe auseinander.

Die Workshops behandelten vielfältige Aspekte: Warum ist Demokratie wertvoll und schützenswert? Was kann eine Demokratie bedrohen? Und was kann jeder Einzelne persönlich für ihre Stärkung tun? Die Schülerinnen und Schüler befassten sich mit dem Grundgesetz, Sozialen Medien, Konsensfindung und dem Umgang mit Fake News. Dabei stand ihre aktive Beteiligung stets im Mittelpunkt.

Ein Höhepunkt war das Workshopformat „Demokratie zum Anfassen“. Hier traten verschiedene Personen des öffentlichen Lebens auf Augenhöhe mit den Jugendlichen in den Dialog. Vertreter aller drei Gewalten gemäß Grundgesetz beteiligten sich: Polizei, Staatsanwaltschaft Oldenburg, Amtsgericht Oldenburg sowie Politikerinnen und Politiker beantworteten die zahlreichen Fragen der Schüler.

Die Veranstaltung wurde von speziell ausgebildeten Demokratiepaten und -patinnen der Polizeidirektion Oldenburg betreut. Der Präventionsrat der Stadt Oldenburg bereicherte das Projekt mit einer Workshop-Station zur Jugendbeteiligung in Oldenburg. Die Polizeiakademie Niedersachsen war ebenfalls vertreten. Hanna Naber, Präsidentin des Niedersächsischen Landtags, hielt eine Begrüßungsrede an die Schülerinnen und Schüler.

Der Veranstaltungsort war nicht zufällig gewählt: Der Alte Landtag symbolisiert den demokratischen Aufbruch im Oldenburger Land beim Übergang von der Monarchie zur Weimarer Republik – aber auch den Zerfall der Demokratie durch die Auflösung des Parlaments und die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten.

Zum Abschluss eines jeden Veranstaltungstages sammelten die Organisatoren die Gedanken der Jugendlichen zur Frage „Was bedeutet Demokratie für mich?“. Diese Stimmen und Perspektiven werden zu einem späteren Zeitpunkt in einer Abschlussveranstaltung im Alten Landtag sowie in den sozialen Medien öffentlich präsentiert.

„Mich hat es begeistert, wie interessiert die Schülerinnen und Schüler an dem Thema Demokratie waren und ihre Ideen zum Ausdruck gebracht haben“, sagte Polizeipräsident Andreas Sagehorn. „In Zeiten einer immer stärker werdenden gesellschaftlichen Polarisierung kommt es umso mehr darauf an, dass sich die junge Generation für eine starke und lebendige Demokratie einsetzt.“ Mit dem Projekt wollte die Polizei einen Impuls setzen und zeigen, dass „Demokratie alles andere als trockene Theorie ist – sondern vielfältig, spannend und schützenswert“.

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