Top-Story der Woche
Union stürzt in Umfragen auf historischen Tiefstand
Zeit für eine erste Bilanz der Woche: Die Union ist in der Wählergunst auf einen historischen Tiefstand abgerutscht. Im Forsa-Trendbarometer für RTL und ntv fielen CDU und CSU um einen Prozentpunkt auf 19 Prozent und unterschritten damit erstmals die 20-Prozent-Marke in dieser Erhebung. Das Ergebnis liegt unter dem Abschneiden bei der Bundestagswahl. Die AfD führt unverändert mit 27 Prozent vor der Union. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz verlor persönlich: Im Politiker-Ranking büßte er vier Punkte ein und rutschte mit 21 Vertrauenspunkten erstmals hinter AfD-Chefin Alice Weidel ab, die auf 22 Punkte kommt. Die Infratest-Umfrage für den ARD-Deutschlandtrend bestätigte das Bild: Die Union kam auf 20 Prozent, die AfD lag bei 27 Prozent.
Bundespolitik
Die Koalition aus Union und SPD lieferte sich einen mehrtägigen Streit um die Pflegereform. Am Mittwoch beschloss das Bundeskabinett schließlich einen Gesetzentwurf, verlagerte aber zentrale Streitpunkte in eine neu einzurichtende Strukturkommission. Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) erklärte, die Kommission solle ab Oktober grundlegende Reformen erarbeiten. Die Regierung verteidigte das Vorgehen, Regierungssprecher Stefan Kornelius verwies darauf, dass ein Machtwort des Kanzlers kein Werkzeug sei, das leichtfertig angewendet werde. Der Deutsche Städtetag kritisierte die Reform scharf und warf der Bundesregierung einen Vertrauensbruch vor. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte seine Teilnahme an einem Gespräch mit Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU) ab. Ein weiterer Konflikt entwickelte sich um die geplante Zuckersteuer: Das Kanzleramt stoppte zunächst den Gesetzesentwurf von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), die Regierung kündigte aber am Freitag an, die Steuer weiter voranzutreiben.
Der frühere CDU-Fraktionschef Jens Spahn gab seinen Posten im Haushaltsausschuss auf. In einer Nachricht an die Haushälter begründete er den Rückzug damit, dass alles rund um seine Person so politisiert sei, dass ein normales Arbeiten kaum möglich sein werde. CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann warnte die SPD vor einem Bündnis mit der Linken und den Grünen in Berlin. Das würde das Klima in der Koalition verändern und bei der Union auch Reaktionen auslösen, sagte Hoppermann. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) drohte AfD und Linken mit dem Rauswurf aus dem Saal wegen wiederholter Störungen im Plenum. Philipp Amthor ließ den Strandkorb, den er sich vor seinem Büro im Kanzleramt aufstellen lassen hatte, wieder abtransportieren.
Wirtschaft
Die Inflationsrate in Deutschland ist im September auf 3,3 Prozent gestiegen, nach 2,9 Prozent im August. Das Statistische Bundesamt führte den Anstieg auf die Energiepreise zurück, die im Jahresvergleich um 14,9 Prozent kletterten. Im August hatte die Teuerung im Bereich Energie noch bei 10,5 Prozent gelegen. Die Importpreise waren im August um 8,3 Prozent höher als im Vorjahresmonat gewesen, der stärkste Anstieg seit Dezember 2022. Im Euroraum beschleunigte sich die Inflation von 3,2 Prozent im August auf 3,8 Prozent im September. Die Energiepreise verzeichneten im September die höchste Jahresrate aller Inflationskategorien.
Das Deutschlandticket wird ab dem 1. Januar 2027 teurer. Der Koordinierungsrat von Bund, Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und Verkehrsbranche beschloss am Mittwoch einen Preis von 66,80 Euro pro Monat. Derzeit kostet das bundesweit gültige Ticket für den Regional- und Nahverkehr 63 Euro. Die Preiserhöhung um 3,80 Euro greift erstmals auf einen Preisindex zurück, den die Verkehrsministerkonferenz bei ihrer Frühjahrskonferenz beschlossen hatte. Kraftstoffe erreichten im September neue Höchstwerte: Ein Liter Super E10 kostete im Durchschnitt 2,266 Euro, Diesel lag bei 2,386 Euro. Damit war der September der bislang teuerste Tankmonat seit Messungen des ADAC. Der Verivox-Chef Daniel Puschmann warnte vor weiteren Strom- und Gaspreiserhöhungen wegen des anhaltenden Iran-Konflikts.
Die Warenhauskette Galeria stellte beim Amtsgericht Düsseldorf am Freitag erneut einen Insolvenzantrag, den vierten in sechs Jahren. Das Unternehmen erklärte, der Antrag schaffe den rechtlichen Rahmen, um die aktuelle Situation zu ordnen. Volkswagen soll das Problem hinter seinem jüngsten Millionenrückruf bereits seit Oktober 2024 kennen, wie aus einem Bericht an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hervorgeht. Biontech schließt die Standorte in Idar-Oberstein, Tübingen und Marburg. Das Biopharmaunternehmen hatte im Mai angekündigt, 1.800 Stellen zu streichen und für die betroffenen Standorte Käufer zu suchen. Diese Suche ist gescheitert. Die Staatsquote steigt in diesem Jahr auf über 52 Prozent. Der deutsche Staat gibt im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung über 52 Prozent für Soziales, Personal und Subventionen aus. Die Verlängerung der Rentenniveau-Haltelinie droht allein in diesem Jahr Mehrkosten zu verursachen. Das Bundesarbeitsministerium plant in den kommenden Wochen eine außerplanmäßige Ausgabe zu beantragen.
Eine IW-Studie zeigt, dass die ostdeutsche Wirtschaft seit fünf Jahren gegenüber der westdeutschen Wirtschaft nicht mehr vorankommt. Die fünf ostdeutschen Flächenländer erreichten im Jahr 2025 knapp 79 Prozent des Westniveaus. Bei Erbschaften und Schenkungen zeigt sich ein Gefälle zwischen Ost und West: Im Jahr 2025 konzentrierten sich 95 Prozent des Gesamtwerts aller steuerlich berücksichtigten Vermögensübertragungen auf die westlichen Bundesländer. Die westlichen Länder verzeichneten 142,5 Milliarden Euro. Die Erwerbstätigenquoten von Personen mit mittleren und hohen Bildungsabschlüssen haben sich in den vergangenen zehn Jahren angenähert. Bei Menschen im Alter von 25 bis 64 Jahren mit mittleren Abschlüssen stieg die Beschäftigungsquote von 80 Prozent im Jahr 2015 auf 83 Prozent im Jahr 2025. In vielen Engpassberufen sind Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte überrepräsentiert. Bei den Köchen hatten im Jahr 2025 56 Prozent eine Einwanderungsgeschichte.
Sicherheit und Bundeswehr
Die Bundeswehr will bis 2027 ein eigenes Drohnenregiment aufbauen. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) kündigte am Donnerstag bei einem Besuch auf dem Truppenübungsplatz in Bergen an, der neue Verband solle als selbstständiger Verband für unbemannte Systeme fungieren. Europäische Sicherheitsbehörden rechnen in den kommenden Monaten mit einer Zunahme russischer Sabotageakte. Ein hochrangiger Nato-Vertreter warnte vor einer aggressiveren Kommunikation aus Moskau und einer Ausweitung hybrider Angriffe in Europa. Ein EU-Bericht zeigt Lücken bei der europäischen Verteidigungsfähigkeit. Die Europäische Verteidigungsagentur untersuchte, ob sich die EU bis 2030 selbst gegen einen russischen Angriff konventionell verteidigen könne. Die Bundesregierung will offenbar verhindern, dass der chinesische Staatskonzern Cosco das deutsche Logistikunternehmen Zippel übernimmt. In einem als Verschlusssache eingestuften Vermerk ist von erheblichen Sicherheitsbedenken die Rede.
Deutschlands Innenminister kommen am 5. Oktober zu einer außerplanmäßigen Sitzung im Bundesinnenministerium zusammen. Die Minister beraten offiziell über Drohnenabwehr und neue Befugnisse. Vertraulicher Hintergrund ist die möglicherweise drohende AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt und der Zugriff auf den Verfassungsschutz. Der Sohn eines Führungsmitglieds der Hamas soll in einem Propagandavideo einen Anschlag in Deutschland oder Österreich angekündigt haben. Laut Bundesanwaltschaft sollte sich der geplante Anschlag gegen Israelis oder Juden richten und im vergangenen Herbst stattfinden. Europaweit gab es seit Samstag eine Großrazzia gegen eine kriminelle Organisation, die über eine Million gebrauchte Mobiltelefone als neu verkauft haben soll. Insgesamt 1.770 Beamte waren im Einsatz. In Nordrhein-Westfalen durchsuchten rund 1.000 Einsatzkräfte am Mittwochmorgen etwa 150 Objekte im Ruhrgebiet im Zuge einer Aktion gegen ein mutmaßliches Geldwäsche-Netzwerk.
USA und Trump-Administration
Die G7-Staats- und Regierungschefs einigten sich in einem virtuellen Treffen am Freitag auf Maßnahmen zur Stabilisierung der Energiemärkte. Bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl sollen aus ihren Lagerbeständen freigegeben werden. Grund sind die steigenden Ölpreise, die nach Einschätzung der G7 die wirtschaftliche Stabilität bedrohen. Die US-Börsen hatten am Montag deutlich nachgelassen. Der Dow Jones schloss bei 51.482 Punkten und verlor 0,7 Prozent gegenüber dem Freitag. Der S&P 500 fiel um 0,8 Prozent auf 7.684 Punkte, die Technologiebörse Nasdaq verzeichnete ein Minus von 1,1 Prozent beim Nasdaq 100 auf 30.277 Punkte. Schuld waren gestiegene Anleihe-Renditen und Zweifel am Potenzial des KI-Booms.
Die Arbeitslosenquote in den USA stieg im September auf 4,2 Prozent, nach 4,1 Prozent im August. Amerikanische Unternehmen schufen im September rund 29.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen stieg auf 7,1 Millionen Menschen, nachdem es im August noch 7,0 Millionen gewesen waren.
Ukraine und Russland
Bundeskanzler Friedrich Merz forderte am Donnerstag bei der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises an die Nato in Münster die Mitgliedstaaten auf, gegenüber Russland geschlossen aufzutreten. Mit Blick auf den Ukraine-Krieg warnte der CDU-Politiker, wo der Westen Russland uneinig begegnet sei, seien immer wieder die Nachbarn im Osten Europas die Leidtragenden gewesen. Russlands Präsident Wladimir Putin stellte die russischen Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns Metro per Dekret unter staatliche Kontrolle. Ein neu gegründetes russisches Unternehmen namens UK Torg RUS erhält vorübergehend 100 Prozent der Anteile am Metro-Geschäft. UK Torg RUS wurde erst am 8. September in Moskau registriert.
Weitere internationale Ereignisse
Ein Pilot einer Flydubai-Maschine hat am Mittwoch offenbar versucht, das Flugzeug auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv zum Absturz zu bringen. Nach israelischen Medienberichten attackierte der Pilot seinen Co-Piloten mit einem Messer und versuchte, die Kontrolle über das Flugzeug zu übernehmen. Besatzung und Passagiere konnten ihn überwältigen. Der andere Pilot führte eine Notlandung in Saudi-Arabien durch. Der Kopilot wurde mittlerweile als ehemaliger Mitarbeiter von Oman Air identifiziert. Er ist omanischer Staatsbürger, hat aber den Großteil seines Lebens außerhalb des Landes verbracht.
Ein ungarisches Berufungsgericht setzte die Haftstrafe gegen die non-binäre deutsche Person Maja T. von acht auf sieben Jahre herab. T. war im Februar schuldig gesprochen worden der lebensbedrohlichen Körperverletzung und der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Albaniens Premierminister Edi Rama will keine zusätzlichen Rückkehrzentren für andere EU-Staaten in seinem Land einrichten. Die 2024 mit Italien geschlossene Vereinbarung für Flüchtlingszentren habe er nur akzeptiert, weil beide Länder besonders enge Partner seien. Die Schufa-Auskunftei arbeitet Recherchen von Süddeutscher Zeitung und NDR zufolge mit wesentlich mehr Bewertungsscores als bisher kommuniziert. Neben dem im März 2026 veröffentlichten neuen Schufa-Score nutzt sie mindestens einen weiteren Score für ihre Kunden.
Polizeimeldungen der Woche
In dieser Woche wurden aus mehreren Städten Messertaten gemeldet: In Düsseldorf-Flingern geriet ein Mann nach einem Messerangriff in Lebensgefahr, in Offenburg attackierte ein Mann einen 23-Jährigen mit einem Küchenmesser, in Bad Segeberg wurde ein Mann mit Messer schwer verletzt, in Wedding griff ein Mann Polizisten an, in Bautzen traten zwei Kostümierte mit Messer und Baseballschläger auf, in Düsseldorf überfiel ein Mann einen Bewohner in seiner Wohnung. Bei Gewalt gegen Frauen registrierte die Polizei unter anderem: Ein Mann schlug seine Ehefrau mit einem Smartphone am Stuttgarter Hauptbahnhof, in Bremerhaven starb eine Frau nach einem Beziehungsstreit, in Oberndorf wurde eine Frau lebensgefährlich verletzt, ein Mann wurde nach einer Schussabgabe festgenommen, in München belästigte ein Mann Frauen an der Hackerbrücke.
Die Bundespolizei München ahndete während der Wiesn-Einsätze Messerverstöße und vollstreckte Haftbefehle. In Dortmund fand die Polizei bei einer Kontrolle und Wohnungsdurchsuchung Drogen und Messer. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung legte einen Zwischenbericht zum Zwischenfall mit einer Boeing 787-9 am Flughafen München vom 15. August vor: Der Pilot betätigte bereits während des Startlaufs mehrfach die Bremsen, bevor das Flugzeug abhob. Vor der zentralen Feier zum Tag der deutschen Einheit in Bremen attackierte eine Personengruppe in der Nacht zum Samstag Polizeieinsatzkräfte mit Pyrotechnik, Steinen und Flaschen an der Sielwallkreuzung. Die Beamten nahmen Tatverdächtige fest und räumten die Kreuzung. Ein Polizist wurde verletzt.
Timmy der Wal
Timmy der Wal ist seit Mitte April 2026 vor der niedersächsischen Nordseeküste gestrandet. Die Rettungsversuche laufen weiter, der Wal ist am gleichen Ort, sein Zustand wird täglich beobachtet.
Kultur und Sport
Bundeskanzler Friedrich Merz und der kasachische Staatspräsident Kassym-Schomart Tokajew vereinbarten am Dienstag in Berlin die Intensivierung ihrer bilateralen Beziehungen. Beide Länder wollen ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Energie, Logistik und Landwirtschaft vorantreiben. Merz betonte, dass Kasachstan Deutschlands wichtigster Handelspartner in Zentralasien ist.
Weitere Stories der Woche
Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), beschreibt die neuen Länder mittlerweile als Aufstiegs- und nicht Aufholregion. Kaiser forderte anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit eine ostdeutsche Bundespräsidentin. Die Zeit sei reif, wieder für ein ostdeutsches Staatsoberhaupt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier warnte vor einer politischen Spaltung Deutschlands durch wachsenden Extremismus. Bei der Wahl in Berlin wurde eine Wahlpanne in Spandau entdeckt: Im Wahlkreis 1 gewann nicht die CDU-Kandidatin Bettina Meißner das Direktmandat, sondern der AfD-Kandidat Tommy Tabor. Das Abgeordnetenhaus schrumpft dadurch um fünf Sitze. Die Internetdienste der Bundesagentur für Arbeit sind seit mindestens 24 Stunden nicht erreichbar. Besonders betroffen sind die Arbeitslosmeldung und die Beantragung von Arbeitslosengeld. AfD-Kandidat Ulrich Siegmund kündigte an, sich im Dezember im Landtag zur Wahl als Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt zu stellen. Linken-Politiker Dietmar Bartsch lehnte eine Gleichsetzung seiner Partei mit der AfD ab und kritisierte Forderungen nach einer Brandmauer zu den Linken. Eine R+V-Studie zeigt, dass die steigenden Lebenshaltungskosten 2026 zur größten Sorge der Deutschen geworden sind. 59 Prozent der Befragten befürchten teure Lebensmittel und Energie.
Dieser Bericht wurde mit Unterstützung künstlicher Intelligenz aus offiziellen Quellen erstellt und redaktionell geprüft.