Seit 2018 rufen die Vereinten Nationen jedes Jahr am 20. Mai zum Weltbienentag auf. Der internationale Gedenktag soll auf die kritische Rolle von Bienen und anderen Bestäubern für die Ernährungssicherheit und Biodiversität aufmerksam machen. Initiiert wurde der Tag von Slowenien zu Ehren des slowenischen Imkerpioniers Anton Janša, der am 20. Mai 1734 geboren wurde.
Bienen sind für etwa ein Drittel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion verantwortlich. Sie bestäuben 87 der 115 wichtigsten Nutzpflanzen weltweit. Doch die Population der Bestäuber ist stark bedroht: Pestizideinsatz, Klimawandel, Habitatverlust und Krankheiten führen zu einem dramatischen Rückgang der Bienenvölker. In Europa ist die Zahl der Imkereien in den letzten Jahrzehnten um mehr als die Hälfte zurückgegangen.
Aktuelle Studien zeigen, dass allein in Deutschland seit 1989 die Biomasse fliegender Insekten um mehr als 75 Prozent abgenommen hat. Dieser Rückgang bedroht nicht nur die landwirtschaftliche Produktion, sondern auch ganze Ökosysteme. Der wirtschaftliche Wert der Bestäubungsleistung wird weltweit auf 235 bis 577 Milliarden US-Dollar jährlich geschätzt.
Rund um den Weltbienentag organisieren Imkervereine, Umweltorganisationen und Bildungseinrichtungen Informationsveranstaltungen, Führungen in Imkereien und Pflanzaktionen für bienenfreundliche Gewächse. Viele Städte schaffen neue Blühflächen und reduzieren den Pestizideinsatz in öffentlichen Grünanlagen. Die UN fordert verstärkte internationale Zusammenarbeit zum Schutz der Bestäuber.
Weitere Gedenktage am 20. Mai sind der Europäische Tag der Meere, der auf die Bedeutung der Meeresökosysteme hinweist, sowie der nationale Mühlentag in Deutschland, an dem historische Wind- und Wassermühlen ihre Türen für Besucher öffnen.