Jährlich am 28. April begehen Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände und Regierungen weltweit den Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) rief diesen UN-Gedenktag im Jahr 2003 ins Leben, um auf die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten aufmerksam zu machen.
Der Hintergrund ist erschreckend: Nach Angaben der ILO sterben jährlich etwa 2,78 Millionen Menschen an den Folgen von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen. Das entspricht mehr als 7.600 Todesfällen pro Tag. Zusätzlich erleiden etwa 374 Millionen Beschäftigte weltweit jedes Jahr nicht-tödliche Arbeitsunfälle. Die wirtschaftlichen Verluste durch mangelnde Arbeitssicherheit belaufen sich auf etwa vier Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts.
Besonders kritisch ist die Situation in Entwicklungsländern und in Branchen wie dem Baugewerbe, der Landwirtschaft und der Schwerindustrie. Auch neue Herausforderungen wie psychische Belastungen am Arbeitsplatz, Cyberkriminalität und die Auswirkungen des Klimawandels auf die Arbeitssicherheit gewinnen zunehmend an Bedeutung. In Deutschland registrierte die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung 2024 rund 760.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle.
Der diesjährige Aktionstag steht unter dem Motto ‚Auswirkungen des Klimawandels auf die Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz‘. Experten warnen vor steigenden Temperaturen, extremen Wetterereignissen und neuen Gesundheitsrisiken, die Millionen von Arbeitnehmern betreffen werden.
Traditionell organisieren Gewerkschaften, Berufsgenossenschaften und Unternehmen an diesem Tag Informationsveranstaltungen, Sicherheitsschulungen und Präventionskampagnen. Viele Betriebe nutzen den 28. April für interne Sicherheitsaudits oder die Auszeichnung besonders sicherheitsbewusster Mitarbeiter. Die ILO veröffentlicht zudem aktuelle Statistiken und Leitfäden zur Verbesserung der Arbeitssicherheit weltweit.
Weitere Gedenktage am 28. April: Der Tag erinnert auch an den internationalen Tag der Erinnerung an Arbeitsunfälle, der von Gewerkschaften bereits seit 1996 begangen wird. In Kanada wird zudem der ‚National Day of Mourning‘ für im Beruf Getötete und Verletzte begangen.