Stand 17:00 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden – also bis in die Nacht zum Freitag – ist das Gewitterrisiko in Baden-Württemberg als niedrig einzustufen. Der Instabilitäts-Index liegt heute bei 5 von 10, was zwar ein gewisses konvektives Potenzial signalisiert, aber noch keinen kritischen Schwellenwert überschreitet. Einzelne Schauer oder ein kurzes, lokales Gewitter vor allem in der zweiten Nachthälfte lassen sich nicht vollständig ausschließen – die Wahrscheinlichkeit liegt jedoch unter 15 Prozent. Böen bis 22 km/h bleiben harmlos, Hagel ist heute Nacht kein relevantes Thema. Wer bis Mitternacht in der Rheinebene oder am Schwarzwald-Rand unterwegs ist, kann dies ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen tun.
Der Blick auf die meteorologischen Hintergründe erklärt, warum die Lage heute trotz leichter Anspannung kontrolliert bleibt: Die Luftfeuchte von 74 Prozent ist erhöht und der Taupunktgradient – also der Abstand zwischen Lufttemperatur und Taupunkt – beträgt nur 6,5 Grad Celsius. Werte unter 7 Grad gelten als Warnzone, weil die Atmosphäre dann ausreichend Feuchtigkeit enthält, um Quellwolken zu Gewittern zu entwickeln. Der Instabilitäts-Index von 5 zeigt, dass die Luft prinzipiell labil geschichtet ist – vergleichbar mit einem aufgewärmten Raum voller Energie, der nur auf einen Funken wartet. Dieser Funken fehlt heute aber: Die Windscherung (der Unterschied der Windgeschwindigkeit in verschiedenen Höhen) ist mit Böen bis 22 km/h zu schwach, um organisierte Gewitterzellen oder gar rotierende Strukturen (Mesozyklonen) zu ermöglichen. Auch ein nennenswerter Druckabfall, der dynamischen Auftrieb erzeugen würde, ist nicht erkennbar. Die Bedingungen reichen damit nicht aus, um Gewitter zuverlässig auszulösen.
Der Freitag bringt eine spürbare Entspannung: Der Instabilitäts-Index fällt auf 3 von 10, die Luftfeuchte sinkt auf 50 Prozent und auch der Wind dreht leicht auf mit Böen bis 30 km/h – zu schwach für kritische Windscherung. Dennoch sind bis zu 8,5 mm Niederschlag bei einer Wahrscheinlichkeit von 42 Prozent möglich, was eher auf frontale Regenschauer als auf konvektive Gewitter hindeutet. Das Wochenende zeigt sich ähnlich: Samstag und Sonntag bleiben stabil mit niedrigem Instabilitätspotenzial, geringer Feuchte und schwachem Wind. Eine Gewittergefahr ist für die nächsten 72 Stunden nicht erkennbar. Die Lage entspannt sich damit schrittweise über den Rest der Woche.
Auch wenn die heutige Gewittergefahr gering ist, lohnt ein Blick auf die typischen Frühwarnsignale für alle, die am Abend noch draußen sind: Achten Sie auf eine schnelle Zunahme dunkler Quellwolken im Westen oder Südwesten, auf plötzliche Windböen aus wechselnden Richtungen sowie auf einen abrupten Temperaturrückgang von mehreren Grad innerhalb kurzer Zeit – das sind die klassischen Vorboten eines heranziehenden Schauers oder Gewitters. Sportler, Radfahrer und Wanderer im Schwarzwald oder auf der Alb sollten vor Einbruch der Dunkelheit eine Schutzmöglichkeit kennen. Für Wassersport auf Bodensee oder Rhein gilt generell: Bei aufkommenden Böen sofort das Ufer ansteuern, nicht auf Wetterberuhigung warten. Heute Nacht besteht kein akuter Handlungsbedarf – die Situation wird morgen früh neu bewertet.
