Stand 17:05 Uhr: Für die kommenden 6 bis 12 Stunden besteht in Baden-Württemberg kein nennenswertes Gewitterrisiko. Der heutige Sonntag bleibt trocken, die Niederschlagswahrscheinlichkeit liegt bei lediglich 15 Prozent und bezieht sich ausschließlich auf einzelne, harmlose Schauer – nicht auf konvektive Ereignisse. Der Instabilitäts-Index liegt bei 2 von 10 und damit klar im niedrigen Bereich. Weder heute Abend noch in der Nacht ist mit Gewittern zu rechnen. Einzig der Wind sorgt für ein leicht unruhiges Gefühl: Böen bis 46 km/h sind vereinzelt möglich, vor allem im Bergland und auf exponierten Kuppen.
Der Grund für die ruhige Lage ist schnell erklärt: Gewitter brauchen drei Zutaten – feuchte Luft, Instabilität und einen Auslöser. Alle drei fehlen heute weitgehend. Die relative Luftfeuchte liegt bei nur 43 Prozent, weit unter der kritischen Schwelle von 70 Prozent. Noch aussagekräftiger ist der sogenannte Taupunkt-Gradient – also der Unterschied zwischen aktueller Temperatur und Taupunkt: Er beträgt heute 14,1 Grad Celsius. Ein Wert unter 7 Grad würde auf gefährlich feuchte, gewitterträchtige Luft hinweisen. 14 Grad bedeutet das genaue Gegenteil: Die Luft ist zu trocken, als dass sich Gewitterzellen entwickeln könnten. Auch der Instabilitäts-Index von 2 zeigt keine nennenswerte konvektive Energie. Die Windböen entstehen heute nicht durch Gewitter, sondern durch ein größräumiges Druckgefälle – sie sind unangenehm, aber meteorologisch harmlos.
In der Nacht auf Montag beruhigt sich auch der Wind spürbar. Für Montag selbst sieht die Lage weiterhin stabil aus: Der Instabilitäts-Index fällt sogar auf 0 von 10, der Taupunkt-Gradient liegt bei 8,6 Grad – etwas feuchter als heute, aber noch klar außerhalb des Problembereichs. Am Dienstag erreichen wir mit bis zu 31 Grad den heißesten Tag der Woche, doch auch hier bleibt es bei einem Index von 0 und einem Gradienten von 10,2 Grad trocken und stabil. Der interessanteste Tag folgt am Mittwoch: Dort fällt der Taupunkt-Gradient auf nur noch 4,8 Grad – ein Wert, der auf deutlich feuchter gewordene Luft hindeutet. Gleichzeitig steigt der Instabilitäts-Index auf 3 von 10. Das reicht zwar für keine akute Gewitterwarnung, sollte aber im Verlauf der nächsten Updates genau beobachtet werden, zumal der Wind mit 2 km/h nahezu windstill ist – ein Zeichen für eine mögliche Druckfeld-Umstrukturierung.
Auch wenn heute kein Gewitterrisiko besteht, lohnt es sich, die Böen im Blick zu behalten. Wer heute Abend draußen unterwegs ist – ob beim Sport, Radfahren oder Wandern –, sollte im Bergland mit Windspitzen bis knapp 50 km/h rechnen. Das ist kein Sturm, kann aber auf Gipfeln, an Seen oder im Wald durch herabfallende Äste unangenehm werden. Für Wassersportler gilt: Die Böen können auf größeren Seen wie dem Bodensee kurze, steile Wellen aufbauen – Vorsicht bei Kanu und Kajak. Ein Blick auf die offizielle DWD-Warnkarte vor dem Aufbruch ins Freie ist heute Abend aber reine Routine, keine Notwendigkeit.
