Stand 17:05 Uhr: Der heutige Sonntag bringt Thüringen noch keinen Gewitterausbruch – das Risiko bleibt für die nächsten 6 bis 12 Stunden auf NIEDRIGEM Niveau. Der Instabilitätsindex liegt bei 5 von 10, die Temperaturen erreichten bis zu 29 Grad, und einzelne Schauer sind bei einer Niederschlagswahrscheinlichkeit von 43 Prozent nicht ausgeschlossen, aber organisierte Gewitterzellen sind heute Abend unwahrscheinlich. Aufmerksam bleiben sollte man trotzdem: Der Wind erreicht bereits jetzt 36 km/h mit Böen bis 58 km/h, was bei eventuellen Schauern unangenehme Bedingungen erzeugen kann. Wer heute Abend noch draußen unterwegs ist, sollte diese Böen im Blick behalten.
Der Grund für das gedämpfte Gewittergeschehen heute liegt in der Kombination aus moderater Instabilität und noch ausreichend trockenem Luftkörper: Die Temperatur-Taupunkt-Differenz beträgt aktuell 11,6 Grad Celsius – liegt dieser Wert über 10 Grad, muss die Luft sehr weit aufsteigen, bevor sie kondensiert und Gewitterwolken bildet. Das bremst die Konvektion effektiv aus. Die Luftfeuchte von 53 Prozent ist zudem zu gering, um der vorhandenen Windscherung – also den unterschiedlichen Windgeschwindigkeiten und -richtungen in verschiedenen Höhenschichten – genug Feuchtenachschub für rotierende Gewitterzellen (sogenannte Mesozyklonen) zu liefern. Morgen, Montag, ändert sich das Bild grundlegend: Der Instabilitätsindex springt auf kritische 8 von 10, die Temperatur-Taupunkt-Differenz fällt auf nur noch 7,3 Grad – ein Wert direkt an der Problem-Schwelle. Das bedeutet, dass die Luft sehr viel weniger Auftrieb benötigt, um gesättigte, konvektive Wolkentürme zu bilden. Zusammen mit einem feuchter werdenden Luftkörper und einem sinkenden Druckfeld, das dynamischen Auftrieb für Konvektion liefert, entsteht morgen ein klassisches Gewitterumfeld.
In der Nacht auf Montag flaut das Gewitterpotenzial zunächst ab und bleibt gering. Der entscheidende Umbruch vollzieht sich am Montag tagsüber: Während die Temperaturen auf maximal 23 Grad begrenzt bleiben, sorgt die hohe atmosphärische Instabilität (Index 8/10) kombiniert mit einem feuchten Luftpaket für ein erhebliches Gewitterpotenzial. Mit Niederschlagsmengen von 3,4 mm im Tagesmittel und einer Wahrscheinlichkeit von 49 Prozent ist Regen gesetzt – die Frage ist nicht ob, sondern wie intensiv einzelne Zellen ausfallen. Ab dem frühen Montagnachmittag, voraussichtlich nach 13:00 Uhr, ist mit der Entwicklung erster Gewitter zu rechnen, die sich bis in den Abend hinein halten können. Dienstag und Mittwoch bringen dann deutliche Beruhigung: Der Instabilitätsindex fällt auf 0 beziehungsweise 3, Niederschlagswahrscheinlichkeiten nahe null, und die Windgeschwindigkeiten nehmen stark ab. Der Sommer meldet sich zum Ende der Woche ruhiger zurück.
Für den heutigen Abend gilt: Die kräftigen Böen bis 58 km/h sind das primäre Risiko – Outdoor-Veranstaltungen, Radfahrer und Motorradfahrer sollten die Böenentwicklung beobachten. Warnsignale für einen sich verschärfenden Wetterumschwung sind ein plötzlicher Temperatursturz um mehr als 5 Grad innerhalb kurzer Zeit, eine spürbare Böenzunahme aus wechselnden Richtungen sowie eine rasche Verdunkelung des Himmels im Westen oder Südwesten. Für Montag gilt erhöhte Vorsicht: Außenaktivitäten wie Wanderungen, Wassersport an Talsperren oder Badeseen sowie längere Autofahrten durch Thüringen sollten wetterflexibel geplant werden. Wer auf dem Wasser ist, sollte spätestens ab dem frühen Montagnachmittag das Ufer aufgesucht haben. Im Auto gilt: Bei Blitz und starkem Regen anhalten, Warnblinker an, ausreichend Abstand zu Bäumen halten.
⚠️ Achtung Montag – erhöhtes Unwetterpotenzial: Ein Instabilitätsindex von 8 von 10 in Verbindung mit einer Temperatur-Taupunkt-Differenz unter 7,5 Grad ist eine klassische Konstellation für kräftige Gewitter mit Starkregen. Lokal sind Regenmengen von 15 bis 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich, was auf bereits gesättigten Böden zu Überflutungen von Unterführungen, Kellern und kleinen Bachläufen führen kann. Hagel in geringen Korngrößen ist nicht ausgeschlossen. Die Blitzaktivität kann bei dieser Instabilität erheblich sein – Freigelände, Anhöhen und Waldränder sind bei Gewitterannäherung konsequent zu meiden. Bitte verfolgen Sie die Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Montag ab dem Vormittag engmaschig.
